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„Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen, die Steppe soll jubeln und blühen.” (Jes 35,1)

Wir erleben es hier in Galiläa hautnah, und der Bibelvers wird ganz lebendig und begreifbar: Nach den ersten starken Regenfällen verwandeln sich die Höhen und die Uferbereiche des Sees nun in ein frisches Grün.
Mit dem Beginn des neuen Kirchenjahres, das wir heute beginnen, haben wir das Gefühl auch, dass die Natur zu einem neuem Leben erwacht. Die Schwalben sind zahlreich da und auch viele Zugvögel aus den nördlichen Gefilden, zum Beispiel der Eisvogel.

Wir wünschen Ihnen, liebe Leser, eine besinnliche Adventszeit.

Die Zeit des Wartens und Erwartens: Hoffentlich können es viele noch! Wenn nicht, der Advent gibt wieder erneut die Chance dazu. Ich wünsche es, wie wir es von den Kindern gezeigt bekommen. Sie können sich mit jeden Tag auf das Fest hin sich immer mehr freuen. Im frohen Erwarten möge sich dann die Freude erfüllen an der Liebe Gottes, die wir erneut an Weihnachten feiern, wenn sich Gott in der Gestalt eines Kindes zeigt. Gottes Liebe ist so wunderbar, so wunderbar groß und was kann da noch größer und schöner sein. Wie es in einem Lied heißt.

In der vergangenen Woche wurde in der Küche die Decke abgehängt, so dass die Abzugsleitungen des Dunstabzugs verdeckt ist. Im Zimmer von P. Hieronymus, dessen Nasszelle altersgerecht eingerichtet ist, sind Haltegriffe angebracht. In der Bibliothek stehen zum Teil die Regale, und die Bücher warten, in Kartons verpackt, auf das Einordnen.

Und auch wir richten uns schon mal die Klausurzimmer ein. Im Refektorium (Speiseraum) sind schon die Tassen und Teller im Schrank. Die Tage des alten Klosters sind allmählich gezählt. Jetzt heißt es nur noch: Altes Haus, halt noch vollends durch! Die Strom- und Wasserleitungen sind bereits sehr porös…

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Wo bin ich hier eigentlich?

Eine bewegte Zeit liegt hinter uns: Ja, wir haben ihn miterlebt, den zweiten Luftalarm in Jerusalem. Dieses Mal schon. War es schlimm? Nein. Wir hatten alle nicht mehr daran geglaubt. Wir hatten nicht gedacht, dass die Sirene noch einmal losgehen würde. Und als es dann doch der Fall war, mitten in der Mittagspause, da schauten wir alle verdutzt aus unseren Zimmertüren heraus und gingen gelassen hinunter in den Bunker, der eigentlich der Aufenthaltsraum der Volontäre ist. Handys und Laptops ausgepackt und schon nach kurzer Zeit die Entwarnung. Draußen ging alles seinen gewohnten Gang. Da dachte ich mir: Wo bin ich hier eigentlich gelandet? Die Jerusalemer schienen sich nicht stören zu lassen und auch "unsere" Mönche strahlten eine Gelassenheit und Ruhe aus, die auf uns überging. Am Tag darauf hielten wir ein Friedensgebet ab - und zwei Stunden später wurde die Waffenruhe ausgerufen. Bis jetzt hält sie, das sind bereits 9 Tage.
Seitdem geht es auch bei uns ganz normal weiter. Beten wir darum, dass das so bleibt.

In den vergangenen Tagen hatten wir - wieder einmal - zwei spannende Veranstaltungen. Zum einen besuchte uns Dr. Alick Isaacs, ein jüdischer Israeli, der in dem Projekt "Talking Peace" arbeitet und uns mit seiner Vorlesung 'a prophetic Peace' neue Denkhorizonte und Konzepte eröffnete, über die wir mit Sicherheit noch oft und lange diskutieren werden. Zum anderen führte Herr Professor Ebner uns in seiner Vorlesung 2000 Jahre zurück in die Anfänge des Christentums, in die urchristliche Gemeinde und ihre Beziehungen zur griechisch-römischen Stadtkultur. Auch hier haben wir durch andere Augen auf das Neue Testament geschaut, durch einen neuen Blickwinkel die Evangelien und Briefe zu deuten und kontextualisieren gelernt.

Und dann hat gestern auch die Reihe der Patriarchenbesuche begonnen. Bruder Nikodemus, der die nötigen Kontakte hat, wird mit uns in nächster Zeit die Patricharchate der christlichen Kirchen, die in dieser Stadt angesiedelt sind, etwas genauer unter die Lupe nehmen. Bruder Nikodemus vor den Eingangspforten. Bruder Nikodemus vor den Eingangspforten. Gestern ging es los mit dem syrisch-orthodoxen Patriarchat, und zwar mit einer Vesper in der "Kathedrale", einem kleinen Kirchlein, unter der einem Traditionsstrang nach der Abendmahlssaal gewesen sein soll. Nun gut, der soll ja auch noch bei uns um die Ecke vom Beit Joseph gewesen sein. Man lernt, die Dinge hier nicht zu genau zu nehmen... Jedenfalls war das Besondere an dieser Vesper wohl, dass sie in Aramäisch gehalten wurde, der dortigen Liturgiesprache und der Sprache, die Jesus Christus gesprochen hat. Alleine unter diesem Gesichtspunkt war es eine bewegende Sache. zu Besuch im syrisch-orthodoxen Patriarchat Im Anschluss an die Vesper wurden wir noch nett im Thronsaal vom "Generalvikar" empfangen, bevor es dann wieder zurück gen Dormitio ging - pünktlich zur dortigen Vesper und Eucharistie. Ja, das ist Jerusalem.

Aber auch sonst lassen wir uns von manchen Spannungen, denen dieses Land ausgesetzt ist, nicht unterkriegen: mit einem Frankenabend, Chorproben, Kneipenbesuchen, Volleyballspielen und vielem mehr lässt sich der Alltag sehr gut gestalten. Spaß haben wir an unserem Leben hier im Heiligen Land nach wie vor - und ab morgen, wenn das erste Türchen vom Adventskalender geöffnet wird, wird es vielleicht auch hier etwas besinnlicher. In Adventsstimmung sind wir aber eigentlich alle noch nicht.

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A kingdom of justice, love and peace

Today we are celebrating the Solemnity of Christ as King of the Universe. It is a relatively modern feast. Nowadays one often hears criticism of the liturgical reform initiated by the Second Vatican Council but we must never lose sight of the tremendous benefits that reform brought with it. One of them was surely the upgrading of this feast and its placing at the climax of the liturgical year. It contains some excellent prayers, especially the very fine Preface of the Mass. If we want to know what a true vision of the kingdom of God can be like, there is no better place to begin than here:

...an eternal and universal kingdom,
a kingdom of truth and life,
a kingdom of holiness and grace,
a kingdom of justice, love and peace...

The Gospel for this year, (B), is St John's account of the meeting between Christ and Pontius Pilate, in which Jesus insists that his kingdom is not of this world, but also tells the Roman Governor that he came into the world to bear witness to the truth. We need to remember that the kingdom comes not through our efforts. We do not bring it into being: God does. Our task is to work with him with him in proclaiming his gospel of reconciling love, without ever forgetting that the kingdom is his. That is why we pray every day, in the Lord's Prayer,"Thy kingdom come."

As we approach the end of another liturgical year - the Church's year of grace - this great feast invites us to life up our hearts and hands in prayer for the coming of God's kingdom, and to remember that everything is always brought about by grace - and grace alone.

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Traditionen

Eine Tradition, die es hier in Tabgha gibt, ist die Galiläa-Exkursion der Jerusalemer Studenten. Anfang November kamen also etwa 30 Leute des Studienjahres bei uns an und belebten die Begegnungsstätte ein letztes Mal in diesem Jahr - zumindest abends, denn tagsüber waren die Studenten auf Exkursionen, wie man in den anderen Blogartikeln lesen kann.
Wir Volontäre und die Mönche waren bei den Studenten zum Grillen eingeladen, wir feierten gemeinsam das Brotvermehrungsfest und es ergaben sich immer wieder nette Gespräche.

Eine andere Tradition, die wir gefeiert haben war "Thanksgiving". Da ist der Vogel Unsere beiden amerikanischen Volontäre, Josh und Paul, verbrachten fast einen ganzen Tag in der Küche, um den Truthahn vorzubereiten. Das Ergebnis war unglaublich lecker. Es gab Green Bean Passerole, Stuffing (das aus Brot und Gemüse bestand), Süßkartoffeln mit Marshmallows und natürlich den Truthahn. Das gute Tier wog neun Kilo und ein reichte für mehr als eine Mahlzeit. Als Nachtisch gab es dann noch Bananenkuchen mit Zuckerguss. Wir aßen alle so viel, dass wir und kaum noch bewegen konnten.
Die vielen Kulturen, die hier im kleinen Tabgha vertreten sind, bereichern sich gegenseitig immer. "Thanksgiving" ist "nur" ein Beispiel von vielen. Das grosse Essen In den nächsten Wochen drehen wir das Ganze um, dann stecken wir mit dann Amerikanern Adventskränze.
Die einen lernen etwas Neues kennen und für die anderen "feels like home", wie unsere Amerikaner nach dem gemeinsamen Thanksgiving-Essen sagten.

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...as we forgive those who trespass against us

Like most people who live in community for a long time, St. Benedict knew something about conflict and conflict-resolution. In his chapter (No. IV) in the Rule, called, "The Tools of Good Works", he included two that are very relevant to this matter.

The first is, "Contentionem non amare", which means, "Do not love strife and contention." One can meet people at times who seem to thrive on fighting, who take offence very quickly and seem to find it impossible to let go of a grievance. But the willingness to do that - no matter how hard - is what makes community life (and marriage!) possible. light and shadow Medieval monks often likened a monastery to a return to paradise, but in truth, if the spirit of contention takes over it could become a kind of purgatory on earth. For that reason the Rule prescribes the recitation of the Lord's Prayer at the end of Vespers every evening: "Forgive us our trespasses as we forgive those who trespass against us."

Benedict's other tool is the admonition: "Do not make a false peace!" It can be better to live for a while with the tension of discord rather than just sweeping everything under the carpet and pretending that it is all OK. Peace, like every other desirable human condition, has to be based on truth. No one ever said that life together in community is always nice or easy. It is a demanding task to live together and to carry out the precepts of the Gospel.

But as they say during the celebration of the Byzantine liturgy: "Christ is in our midst!", and he is the lasting bond of peace.

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The silencing of weapons...

Last night we prayed for peace. Our students never fail to amaze me: as if out of the blue they sang a complex and beautiful piece by Mendelssohn, having had perhaps only a day to prepare it!
But what struck me most was a German hymn I had not heard before, from Paul Gerhardt, one of the greatest Protestant hymn writers of the early modern period in Germany. Here are some lines of one of the stanzas, in translation. Naturally they lose their poetic quality but I think they convey a real yearning for peace. Gerhardt after all experienced the terrible wars of religion that marred the history of Central Europe, so he knew what he was talking about:

O that God would declare to us the end of war,
the silencing of weapons
and an end of all unhappiness!

Since last night a fragile peace has descended on this land. We need to go on praying that it will endure. As I said before, a ceasefire is not yet a true peace - but it is at least a necessary start. For real and lasting peace it is not enough just to keep raising our hands to heaven. There was to be concerted, creative, imaginative political action and a corresponding thrust to alleviate social injustice and economic hardship. That at least was our experience in Northern Ireland, where, despite its imperfections and some deplorable on-going violence, the peace process has been largely successful. However for peace to come there has to be a will to achieve it - not just a desire for victory.

Meer

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Despair is not an option for Benedictines

Tonight, in the Holy Land, we are all waiting in hope for the good news that a ceasefire will be announced. It has been a distressing week, watching the old wounds of this country bleeding anew and seeing the dead bodies of children carried by their distraught parents.

Tomorrow we will hold a service of the Word with our resident German-speaking theological students, (who represent different Christian traditions), to pray for peace. They are good-natured, generous, intelligent young people, united by their search for God and their enthusiasm to spend time together and with us in this land, where one is constantly reminded of the incarnation of Christ - a place where theology is never just abstract but always clothed in flesh and blood. We will pray together tomorrow in our basilica here at 18.15, Wednesday, the feast of the Presentation of the Holy Mother of God in the Temple.

Some people might feel that if a ceasefire is actually achieved tonight such a service might be somehow less important...

Not at all! A ceasefire is a very good thing - may it happen! - but it is not really peace. True peace is so much more than the mere absence of conflict. Ceasefire or not, we will be praying for real, long-lasting peace, the only kind that matters - one based on justice, mutual recognition of rights and responsibilities, acknowledgement of past wrongs and real forgiveness. A Utopian vision? Maybe. But despair is not an option for Benedictines. Our Holy Father Saint Benedict tells us after all never to despair of the mercy of God. So join us tomorrow in spirit, wherever you are, in praying for lasting peace in this complex, troubled but wonderful land.

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Am Anfang war die Miqwe

In Jerusalem ist es kalt geworden. Das fällt besonders denen auf, die 12 Tage bei subtropischem Klima ihre Zeit in Galiläa verbracht haben. Wenn man Lukas und Christina nach einem Resümee dieser Exkursion fragt, so bekommt man vom einen die Antwort "Steine!", die andere ruft: "Schwimmen!" In der Tat fassen diese beiden Schlagwörter diese Tage gut zusammen, auch wenn von mir wohl noch der Ausruf "Spinnen!" hinzuzufügen sei.
In und um Galiläa gibt es viele alte Steine und damit auch viele Orte, an die man fahren, die man besichtigen, diskutieren, untersuchen, befragen und anzweifeln, auf denen man herumklettern kann, mit denen man aber auch seinen Spaß haben darf. Das berühmte Säulenheiligtum aus Omrit Mancherorts erkennt man nicht mehr als ein paar lose Steine, die scheinbar wahllos über ein Feld verstreut zu liegen scheinen - und das war einmal ein Haus? Ein Tempel? Eine Stadtmauer? Meine eigene Vorstellungskraft ließ mich im Stich. Dann wiederum gibt es die Orte, die einfach nur zum Staunen anregen. Um el Qanatir gehörte für mich dazu, ein Ort mitten im Nirgendwo, wo man Synagogenüberreste gefunden und ein Archäologe beschlossen hat, diese nun wieder aufzubauen: mit Hilfe von Computerprogrammen, 3-D-Vorstellungskraft, einem riesigen Kran, jeder Menge Geld und viel Spaß an der eigenen Arbeit. Prof. Zangenberg im Archäologiefieber In der ersten Woche war Prof. Zangenberg stets an unserer Seite, was für alle ein großer Gewinn war: denn als Archäologe und Neutestamentler konnte er die Dinge, die wir besichtigten, von zwei entscheidenden Seiten beleuchten. Banjas, Caesarea Maritima, Sepphoris, Meggido, Dor, Nazareth, Kapharnaum, Bet She'arim, Haifa, Gamla - wir haben so viele Orte gesehen, dass ich sie gar nicht mehr zusammenbekomme.

Und dann gibt es da ja die Sache mit der Miqwe, dem jüdischen Ritualbad zum Erlangen kultischer Reinheit. Wie viele wir von denen betrachteten, kann ich nicht mehr sagen. Am Anfang jedenfalls war die Miqwe. Oder vielleicht doch die Synagoge? Die Mona Lisa von Sepphoris Diese Frage konnte nicht immer geklärt werden, oftmals schrieben sich Miqwe und Synagoge gegenseitig ihren Status zu, verwiesen aufeinander - und vielleicht war es in Wirklichkeit damals doch ganz anders. Das sorgte für viel Heiterkeit und dem Lerngewinn, dass wir nun erst einmal alles, was wir sehen, als Miqwe deklarieren. Irgendwann werden wir damit sicherlich auch richtig liegen.

In unserem Nachtlager in Tabgha konnten wir jeden Abend entspannen, sei es im Pool, bei der Vesper in der Brotvermehrungskirche, im nahegelegenen Pilgerhaus, am See, bei der Abendandacht im Dalmanutha - der Ort ist einfach nur wunderschön und lädt zum Verweilen ein. Nur die Sache mit den Spinnen... Ich weiß, ich weiß, auch das sind Gottes Geschöpfe. Aber eklig sind sie trotzdem. Da esse ich lieber 12 Tage lang jeden Mittag Pita mit Humus (das kann man nämlich auch irgendwann nicht mehr riechen) anstatt so eine große Spinne auch nur zu sehen. Mittagspause in der Nähe des Panheiligtums in Caesarea Philippi

Wieder zurück in Jerusalem hat der "normale Wahnsinn des Studienjahrsalltag" uns wieder, heute begannen wir mit einer Vorlesung bei Prof. Ebner zum Urchristentum und der römisch-griechischen Stadtkultur. Doch in Jerusalem ist es kalt geworden. Ich persönlich muss zugeben, dass mich das Wochenende ganz schön geschlaucht hat. In Galiläa diskutierten wir noch darüber, dass eine Rakete gen Tel Aviv aus unserer Sicht vollkommen ausgeschlossen sei und dann der Schock, dass wohl sogar etwas aus dem Gazastreifen in Richtung Jerusalem abgefeuert worden ist - für uns, die wir im wohlbehüteten Deutschland aufgewachsen sind, für die die geteilte Republik weit weg ist und der 2. Weltkrieg noch viel weiter, ist der Gedanke an Krieg unbekannt und unheimlich. Raketen, Luftschutzbunker, Angst vor dem Luftalarm, das kennen wir nur aus Erzählungen aus längst vergangenen Tagen - und plötzlich kommt es ganz nahe an uns heran, plötzlich wird es real. Und dennoch: Das was in und um Gaza geschieht, ist auch ganz weit weg. Unser Studienjahr scheint zur Zeit nicht gefährdet zu sein, unser Alltag wird nicht beeinträchtigt - und das, obwohl wir im gleichen Land leben und die Entfernung Köln-Düsseldorf hier schon erhebliche Unterschiede ausmacht. Das macht stutzig, das beschämt. Denn bei uns geht es ganz normal weiter, wenige Kilometer entfernt gibt es so etwas wie "Normalität" nicht mehr.

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The prayer of a silent witness

This evening (Saturday) we sang, as usual, our Vigil Office. It is an ancient Christian custom and a strong reminder of the unity of our Sunday worship - from First to Second Vespers via Mass in the morning - all centered on Christ's glorious passing from death to life. After the proclamation of the Gospel (always one of the moving accounts of his resurrection), the Gospel Book is elevated and we sing the following Byzantine chant,

"Now that we have seen the resurrection of Christ,
come let us worship the Holy Lord Jesus,
the only sinless one..."

Then the assembly is blessed with the Gospel Book, a powerful sign of Christ present among us.

It is an interesting choice of words. The great Byzantine monk and mystic, St. Symeon the New Theologian (949-1022), pointed out that we don't just say, "Now that we have believed in Christ's resurrection", but rather, "Now that we have seen his resurrection."

But how have we seen it? After all, nobody actually witnessed it directly. Of course, Mary and the Apostles did meet the risen Jesus after the event. But as for literally seeing the resurrection – only the Father, the Son and the Holy Spirit were the actual witnesses!

There are much deeper ways of seeing though than the merely literal. We do begin by believing in his resurrection. But if we carry out our lectio divina of the Holy Scriptures, if we pray, and especially if we receive the Eucharist regularly, a kind of "inner eye" opens up inside us, the eye of the heart. We begin to perceive spiritually that he is present. We begin to experience him. As the Orthodox Church sings in Lent, "The light of Christ shines on all!" In the darkness of faith, he speaks our name as he spoke to Mary Magdalene in the garden. We realize that he is more than an idea – he is risen.

Yet as I write this tonight, there are not many obvious signs of resurrection in the Holy Land. People are suffering terribly, on both sides of the divide. But in the heart of the Old City stands the silent witness, the empty tomb. "The light of Christ shines on all" sing the Orthodox. Let us repeat a prayer from our western liturgy:

"May the light of Christ, rising in glory, dispel the darkness of our hearts and minds!"

May it dispel all hatred, bitterness and revenge, and usher in the light of love.

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Nix „Business as usual”!

Die Welt hat sich weitergedreht. Das ist normal. Aber irgendwie ist sie seit gestern ein bisschen anders. Als die Sirenen gegen fünf Uhr hier in Jerusalem ertönten, stand ich unter der Dusche und war mir erst gar nicht sicher, was ich durch das Wasserrauschen hindurch gehört habe. Denn es war bis dahin ja auch ziemlich undenkbar, dass irgendwer wirklich auf Jerusalem schießen würde. – Wir sind nun eines besseren belehrt.
Eigentlich wäre in den kommenden Tagen eine ganze Reihe von Brüdern zu wichtigen dienstlichen Terminen nach Deutschland aufgebrochen, wie jedes Jahr im November. Nun bleibt ein Teil von uns hier. Dabei können wir an der Situation selbst natürlich nichts ändern. Müssen hinnehmen, was kommt. – Es ist auch eine Zeit, sich auf das mönchische Kerngeschäft zu konzentrieren: Während die Welt sich eben immer schneller dreht in diesen Stunden, erinnern wir uns als Mönche, dass unser Leben von einem anderen Rhythmus bestimmt wird. – Keine Panik, keine Hysterie. Business as usual.
Business as usual, das gilt auch für die Israelis. Tel Aviv, so liest man in verschiedenen Zeitungen im Internet, feiert schon wieder am schönsten Strand der Welt. Fast so, als ob 40-50 km südlich nicht ein, ja, was? – Krieg heranwächst, dessen Ausmaß unkalkulierbarer scheint als die meisten anderen Konflikte dieser Region der vergangenen Jahrzehnte…

Jenseits schädlicher Panik und Hysterie wehrt sich in mir aber immer mehr gegen ein (irgendwie sogar vernünftiges) Business as usual! – Ich träume. Ich träume davon, dass die ganze Welt einen Augenblick inne hält, das usual business aufgibt und einfach hinstarrt. Hinstarrt auf das, was da einmal mehr geschieht. Ich rede nicht von Schuld und Verhältnismäßigkeit der Mittel auf der einen oder anderen Seite.

Ich träume vielmehr von zwei Kindern, die sich im Sandkasten zanken, und die erst stutzig werden und aufhören, als alle anderen Kinder auf dem Spielplatz, die Mütter und Omas, die Hunde und die zufälligen Spaziergänger alle innehalten, stehen bleiben und schweigend und sprachlos auf das schauen, was da vor sich geht.
Geschieht das nicht, werden sie sich ewig zanken. Kinder dürfen das im Zweifelsfall, denn diese Ewigkeit von Kindern im Sandkasten geht mit der Sonne unter. Staaten und Völker dürfen das nicht. Nicht unbegrenzt. Deshalb muss irgendwann Schluss sein mit dem business as usual.

Denn ich träume auch davon, dass die Kinder aus Gaza-Stadt und aus Ashkelon gemeinsam an einem der schönsten Strände spielen können.

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