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Aktuelles aus dem Blog


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In den Startlöchern für die neue Saison

altes Kabelchaos Ab März wird endlich die neue Saison beginnen. Die Gruppen kommen und es herrscht wieder Leben auf dem Platz. Dafür haben wir Volontäre in den letzten Wochen schon vieles vorbereitet. Wir haben den Bungalow renoviert und einen Ofen gebaut. Über den Winter stand unser 'General-Cleaning' an, bei dem wir jede noch so unscheinbare Ecke
auf das gründlichste geputzt haben. Wir haben angefangen die Bänke zu schleifen und neu zu bestreichen.

Derek schlägt die Fliesen ab Arbeitschaos

Jetzt steht das nächste größere Projekt an: Das Toilettenhaus! Um Geld zu sparen wollen wir versuchen so viele alte Fliesen, wie eben nur möglich, wieder zu benutzen. Dazu schlagen wir die alten Fliesen vorsichtig mit einem Spachtel und einem Hammer von der Wand, Schleifen den alten Putz ab und fliesen die Wände neu. Diese Arbeiten werden nicht nur aus ästhetischen Gründen durchgeführt, sondern auch deshalb, da die Fliesen immer wieder, bei jeder noch so kleinen Erschütterung, von den Wänden fallen (Da die Fugen zwischen den Fliesen vergessen wurden). In den letzten Jahren hat man diesen immer wieder neu an die Wand geklebt, jedoch ist dies auf Dauer kein Zustand für die Gruppen.

Darum werden wir Volontäre uns in den kommenden Woche ran halten, so dass der Benutzung des Toilettenhauses mit Beginn der Zeltsaison (Ende März) nichts mehr im Wege steht. Ein weiteres Projekt darf ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Für den Sommer und die Hitze wurde auf dem kompletten Klostergelände das Wassersystem erneuert.
Julius, welcher sich um die Bewässerung kümmert, hatte auch die 'Verantwortung' für das Legen der neuen Schläuche. Insgesamt wurden in den letzten 8 Wochen mehr als 3km neuen Schläuchen über und auch unter dem Boden verlegt.

Endlich sind wir fertig und wir alle hoffen, dass die selbstverlegten Leitungen halten und ihre Funktion erfüllen!

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Shabbat Shalom

“Wir begrüßen uns mit Shalom. Das heißt Friede (im umfassenden Sinne). Wir sind also im Grunde die ersten Hippies.“ Das sagte Rabbi Aaron Leibowitz zu Beginn des Shabbat Abends am vergangenen Samstag. Wir waren also zu Gast bei den ersten Hippies der Weltgeschichte.

Rabbi Leibowitz hat im Dezember bei uns eine Einführung in den Talmud gehalten und uns jetzt zu einer befreundeten Familie mit einem großen Haus eingeladen. Vorher hat er mit uns einen Spaziergang durch sein Wohnviertel Nachla’ot. Dort leben Tür an Tür Juden verschiedener Tradition und Gläubigkeit. Wir konnten durch die Fenster in verschiedene Synagogen schauen. Im ganzen Viertel herrschte Feiertagsstimmung: Kinder und Eltern in ihren besten Kleidern, Singen, Tanzen.

Danach wurden wir im Haus von Chaya und ihrem Mann empfangen. Sie feiern regelmäßig mit größeren Gruppen den Shabbat Abend, denn Gäste sind dazu herzlich willkommen. Auch die Kinder der beiden Familien waren dabei. Zu Beginn wurde der Segen über den Wein gesprochen und dann über das Shabbat-Brot gesprochen. Sie zeigten uns das rituelle Händewaschen, den Segen über die Kinder, wir tanzten und sangen. Dann gab es Suppe, Hähnchen, Reis und Gemüse, als Nachspeise Birne in Rotwein. Wir haben uns über unsere Eindrücke unterhalten und konnten Fragen stellen. Die Kinder wurden langsam müde. Dann sprachen die Erwachsenen das Abschlussgebet und wir brachen auf.

Die Nacht von Freitag auf Samstag ist ruhiger als andere Nächte. Ein Großteil der Restaurants und Bars hat seit dem frühen Nachmittag geschlossen. Es herrscht weniger Verkehr. Religiöse Juden benutzen an Shabbat kein Auto oder Fahrrad sondern gehen langsam und aufmerksam durch die Straßen. Das Gleiche gilt für Handys, Fotoapparate usw.

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Wir haben Geburtstag

Der Studentenchor Wie schön dass du geboren bist, wir gratulieren dir Geburtstagskind.

"40 ist in der Bibel eine besondere Zahl. 40 Jahre wandert das Volk Israel durch die Wüste, Elija wandert 40 Tage und Nächte zum Berg Horeb, Jesus wurde 40 Tage lang in Versuchung geführt." P. Ralph bringt in seiner Predigt im Festgottesdienst noch weitere Beispiele für die Zahl 40 in der Bibel. Mit unserem Jahrgang hat das Studienjahr in Jerusalem auch dieses Alter erreicht. Und das wurde ordentlich gefeiert.

Ökumenischer Segen Torte und ein Spitzenteam - Danke für Eure Arbeit

Der ökumenische Gottesdienst wurde von Abt Gregory und Probst Schmidt geleitet. Die Musik und Texte hatten StudentInnen ausgesucht.
Danach gab es Kaffee, Tee und - als Highlight - eine Geburtstagstorte. Die Gäste waren hin und weg - genauso wie die Torte nach kurzer Zeit.

Im Klostergang hatten fünf Studentinnen in den letzten Tagen eine kleine Ausstellung über die 40 Studienjahrsgruppen, den Initiator Laurentius Klein und die diversen Studiendekane zusammengestellt. Neben harten Fakten gab es auch Kurioses zu entdecken und besonders die Fotos wurden auf bekannte Gesichter und modische Extravaganz untersucht.

Die Ausstellung

Nach Kaffee und Kuchen ging es zurück in die Kirche. Der Dekan bat zum Festvortrag von Prof. Christoph Markschies (Antikes Christentum an der Humboldt-Universität in Berlin). „Studieren im Heiligen Land – Beobachtungen aus der Antike und ihre Bedeutung für die Gegenwart” lautete der Titel. Markschies sprach auf abwechslungsreiche und amüsante Weise von dem christlichen Studienprogramm, das Origenes in Caesarea Maritima aufgebaut und geleitet hatte. Daraus leitete er ab, was am Studienjahr beibehalten werden sollte und wo man die Vorteile des Standortes noch besser mit einbeziehen könnte. Die Zuhörer waren begeistert, auch wenn die Temperatur inzwischen gefühlt unter den Nullpunkt gesunken war. Deshalb war der häufigste Satz von Herrn Markschies und in den folgenden Grußworten: "Mit Blick auf die Temperatur" Das leckere Buffet entschädigte uns aber für die steifen Zehen und blauen Finger.

Betin

Tag 2 der Feierlichkeiten führte uns Studenten und die Mönche in das Westjordanland. Der erste Halt war in Betin an einem Grundstück, das der Benediktinerabtei gehört. Dort war vor einiger Zeit ohne Wissen der Mönche munter gegraben worden. Die Archäologen hatten die Überreste einer Kirche und eines Klosters aus der byzantinischen Zeit zu Tage befördert. Wir kletterten interessiert über die Ausgrabungen und wandten voller Stolz unsere bisher gewonnen archäologischen Erfahrungen an. Danach ging es auf Tel Ai und anschließend nach Taybeh.

Tel Ai im Sonnenschein

Dort erwartete uns ein leckeres Mittagessen bei dem Kloster der frz. Schwestern. Anschließend besichtigten wir das sog. Parabelhaus - ein altes palästinensisches Haus, an dem man sich biblische Gleichnisse gut vor Augen führen kann. Nach dem Tauferinnerungsgottesdienst gingen wir zu Fuß zur Taybeh-Brauerei. Wir konnten sehen wo und wie "The Finest in the Middle East" hergestellt wird und auch probieren. "Aber jeder nor einen winzigen Schlock!"

Der Gottesdienst Das Sortiment The Finest in the Middle East

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Fahrt nach Hebron

In der Bibel ist Hebron der Ort, bei dem in der Nähe Abraham für sich und seine Frau die Höhle Machpelah als Grabstätte kauft (Gen 23). Neben ihnen wurden dort der Tradition nach auch Isaak und Rebekka sowie Jakob und Lea beerdigt.

Herodes der Große ließ die Grabstätten mit einer hohen Mauer umgeben. Noch heute kann man die typischen herodianischen Steine (für die Insider: Spiegelquader) gut erkennen.

Die Machpelahöhle von außen Straßen wie in einer Geisterstadt

Da Abraham in allen drei monotheistischen Religionen als Stammvater gilt, interessierten sich im Laufe der Jahrhunderte nicht nur Juden für Hebron. In der Kreuzfahrerzeit wurde aus der Grabstätte eine Kirche, unter muslimischer Herrschaft wurde der herodianische Bau mit 2 Minaretten versehen und innen mit Koranzitaten verziert.

Aufgrund der Bedeutung Abrahams ist Hebron einer der Orte, die seit dem Beginn der jüdischen Siedlungen Anfang des 20. Jahrhunderts stark umkämpft sind. Es ist die einzige Stadt im Westjordanland, in deren Stadtkern jüdische Siedler sitzen, die von mehr Soldaten als Siedlern geschützt werden. Der Kenotaph Abrahams Ganze Straßen wurden für Palästinenser gesperrt, so dass sie ihre Häuser nur noch über Dächer und Hinterausgänge verlassen können oder umziehen mussten. Dadurch ist der eigentliche Stadtkern nahe de Machpelahöhle zu Geisterstadt geworden. Wir haben dort lediglich ein paar UNO-Beobachter gesehen, sowie Soldaten in "Arbeitskleidung" und in Joggingoutfit - beide mit Gewehr über der Schulter.

Hebron ist zweigeteilt. Ein kleiner Teil wird von den Israelis kontrolliert, v.a. um die dort lebenden Siedler zu schützen. Der weit größere Teil gehört zum palästinensischen Autonomiegebiet. Auch die Machpelahöhle mit den Kenotaphen wurde geteilt. In der jüdischen Hälfte liegen die Gräber von Abraham, Sara, Jakob und Lea. Im Innenhof dazwischen wurde eine Synagoge errichtet. In der Moschee direkt hinter der Wand liegen ironischer Weise die Kenotaphe von Isaak und Rebekka. Schließlich berufen sich die Muslime auf Abrahams zweiten Sohn Ismael. Beide Seiten können nur von Touristen wie uns besucht werden.

Die Gräber Isaaks und Rebekkas in der Moschee

Ich war sehr gespannt auf Hebron nach den Geschichten, die ich über die Stadt von Breaking the silence u.a. gehört habe. Es war seltsam auf einmal dort durch die Straßen zu gehen und mich daran zu erinnern. Es wirkt alles so ruhig. Nur wenn man in den ersten Stock sieht, kann man zerbrochene Fensterscheiben und verlassene Zimmer erkennen. Es ist kalt und sehr windig. Trotzdem joggen 2 Soldaten in kurzen Hosen, T-Shirt und Gewehr vorbei. Ein Soldat in Uniform posiert für ein Foto. Wir fahren nach Jerusalem zurück. Es bleibt ein seltsames Gefühl.

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Christen in der Wüste

Jedes Studienjahr wird buchstäblich mehrmals während der 8 Monate in die Wüste geschickt. Neben der Sinai-Exkursion gibt es einige Exkursionen in den Negev und in die judäische Wüste.

Wüste - unendliche Weiten Erklärungen in der Nilus-Kirche Ein Baptisterium in Mampsis

Letzte Woche war es wieder so weit. Mit Prof. Christoph Markschies (Antikes Christentum, Berlin) ging es zu den Überresten von byzantinischen Kirchen und Baptisterien an den Ausgrabungsstätten Mampsis, Avdat und Shivta in der Nähe von Beer Sheva.

Die Kirchen sind im 4. bis 6. Jh. n. Chr. entstanden. Interessant sind die Baptisterien, die Taufbecken der Kirchen. Es handelt sich dabei um kreuzförmige Becken von ca. 1 m Tiefe. Wie genau die Taufen im frühen Christentum darin stattfanden, ob z.B. der Täufer mit dem Täufling zusammen hineinstieg, ist aus den erhaltenen Quellen nicht eindeutig rekonstruierbar.

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Auf dem Haram al-Scharif

Al Haram al-Scharif

Seit nunmehr 10 Jahren ist es für Touristen nicht ganz leicht auf den Haram in Jerusalem zu kommen, ganz zu schweigen vom Betreten des Felsendoms. Davor zahlte man einfach die Eintrittsgebühr und konnte nach Herzenslust herumgehen und fotografieren. Mit der zweiten Intifada endete das. Jetzt kostet es zwar keinen Eintritt mehr, dafür muss man lange an den Sicherheitskontrollen anstehen und darf zu bestimmten Zeiten auf den Platz zwischen Felsendom und Al-Aqsa-Moschee.

Hier herrscht ein Kopftuchgebot :-) Deshalb war es schon etwas ganz besonderes, dass wir am Montag nicht nur für eineinhalb Stunden auf den Haram gehen durften, sondern sogar in den Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee hineingehen durften. Wie hier unter Muslimen üblich, trugen alle Frauen in unser Gruppe Röcke und Kopftücher.

Der Felsendom Der Felsendom, mit seiner goldenen Kuppel schon längst das bekannteste Wahrzeichen Jerusalems, wurde Ende des 7. Jahrhundert auf dem Gelände erbaut, auf dem bis 70 n. Chr. der jüdische Tempel stand. Zur Zeit ist er wegen Renovierungsarbeiten Innen eingerüstet. Deshalb ist von dem Felsen, von dem sich das Pferd des Propheten Muhammad bei seiner Himmelreise abgestoßen hat, momentan nichts zu sehen.
Der Felsendom innen - leider zur Zeit eingerüstet Man beachte die Lampen im Felsendom

Die Al-Aqsa-Moschee Die Al-Aqsa-Moschee ist nur wenig jünger als der Felsendom, wurde aber einige Male durch Erdbeben beschädigt, wieder errichtet und erweitert. Von außen wirkt sie verglichen mit dem Felsendom unscheinbar, aber innen auf dezente Weise prächtig. Wie im Felsendom ist alles mit Tepppich ausgelegt und man darf beide Orte nur strumpfsockig betreten.
Kurz vor dem Eintreten Die Al-Aqsa-Moschee innen Die zentrale Gebetsnische

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Letzte Vorbereitungen

Im Beit Josef ist alles auf Weihnachten eingestellt. Die Lieder für die Gottesdienste werden geprobt, Glühwein probiert, die Tische gedeckt und der Weihnachtsbusch dekoriert. - Weihnachtsbusch? - Ja dieses Jahr gab es keine Christbäume zu kaufen, deshalb haben wir kurzerhand mit den Ästen, die durch den Schnee abgebrochen sind, improvisiert.
Kugel für Kugel ... und da fehlt auch noch eine

Bald läuten die Glocken zur ersten Vesper und danach öffnen sich die Türen zum Weihnachtszimmer.
Es ist alles bereit

Zuvor und mit Blick auf unsere nächtliche Wanderung nach Bethlehem noch ein politischer Gedanke, formuliert von Johannes Becher, zur Zeit Volontär an der Dormitio.

Politische Weihnacht
Von Nazareth nach Bethlehem reisen,
das könnten zwar die ausländischen Weisen;
nur Jesus und seine Sippe,
die kämen nicht mehr zur Krippe,
wenn sie israelische Juden heißen.

Wir wünschen allen Blog-Lesern von Herzen Frohe Weihnachten und Gottes Segen!

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Advent in Jerusalem

Kaum zu übersehen/hören - die Weihnachtsläden in der Altstadt Zurück aus Galiläa sticht eine Veränderung in der Altstadt sofort ins Auge – Weihnachtsläden. Auf einmal sieht man zwischen orientalischen Gewürzen und typischen Souvenirs Christbaumkugeln, Girlanden und Weihnachtsmänner in allen Größen. In Farbe und Leuchtkraft stehen die Läden den Weihnachtsabteilungen in deutschen Kaufhäusern um nichts nach.

Das einzige Viertel, in dem man sicher keinem rot-weißgekleideten Mann mit Zipfelmütze begegnet, ist das jüdische Viertel an der Klagemauer. Hier wurde Anfang Dezember Chanukka gefeiert. Überall vor den Haustüren sieht man Chanukka-Leuchter. Jeden Abend versammeln sich dort die Familien um eine Kerze mehr anzuzünden in Erinnerung an den Leuchter im Tempel, der von einem Kännchen Öl 8 Tage lang brannte. Und so wie wir jetzt Plätzle backen und essen, gibt es zu Chanukka in den israelischen Bäckereien Krapfen mit Marmelade, Vanillecreme oder auch Bailey‘s.

Der Currywurststand der Dormitio Abtei Lebkuchen und Marzipankartoffeln sieht man ja schon seit Ende August in den Supermärkten, aber spätestens ab dem 1. Dezember kann man in München (und vielen anderen Städten) nicht mehr von A nach B gehen, ohne an einem Christkindlmarkt vorbeizukommen. Damit wir das in Jerusalem nicht zu sehr vermissen hat die ev.-luth. Erlöserkirche am 30. November einen Adventsbazar organisiert. Es gab Glühwein, Plätzchen, Currywurst, Verkaufsstände und bekannte Weihnachtslieder bei angenehmen 20° C und Sonnenschein. Eine Woche danach waren wir auf dem Bazar im armenischen Viertel, der mit traditionellem Essen aber auch englischen Weihnachtsliedern ein ganz anderes, familiäres Flair hatte. Wir hatten ein tolles Gespräch mit einer Armenierin, die lange Zeit in Deutschland gelebt hat.

Schicke neue Hüte Die Wochen vor dem 24. sind auch im Beit Josef nochmal von großen Vorlesungen, Prüfungen und Seminararbeiten geprägt. Für adventliche Stimmung sorgt der lebendige Adventskalender. Jeden Tag öffnet ein anderer von uns seine Zimmertür und lädt die anderen zu sich ein. Für eine bestimmte Zeit des Tages kommt man aus dem Alltag heraus und kann etwas ganz anderes tun: einer Geschichte lauschen, Strohsterne basteln, Ratschen und Glühwein trinken, … Die Volontäre öffneten an einem Abend extra für uns die Cafeteria und veranstalteten eine Tombola mit witzigen Preisen.

Ran an den Teig Untrennbar mit der Advents- und Weihnachtszeit verbunden sind für viele von uns Plätzchen. So wurde an zwei Abenden zusammen mit Pater Jonas an den Leckereien gebastelt. Das ganze Haus roch nach Lebkuchen, Orange und Zimt. Gut dass die Plätzchen gleich versteckt wurden, sonst wären bis Heilig Abend sicher keine mehr übrig.

Am 6. Dezember kam der Nikolaus zu uns, den Volontären und den Mönchen ins Beit Josef. Und es gab vermutlich noch nie einen Nikolaus mit so wallendem, schwarzen Bart. Er und sein Engelchen lobten und tadelten die Anwesenden und überreichten dann jedem ein kleines Geschenk.

Schnee ohne Ende In unserer Heimat sind weiße Weihnachten durchaus möglich und für viele (außer die Autofahrer) der Inbegriff einer schönen Weihnachtszeit. Jedes Jahr hofft man darauf. In Jerusalem ist Schnee im Dezember ungewöhnlich, aber dieses Jahr liegt tatsächlich an manchen Stellen der Stadt noch Schnee. Am 12. Dezember um kurz vor 7 Uhr werden aus den Regentropfen ganz langsam Schneeflocken. Zwei Tage lang schneit es hier, wo Mensch und Natur nicht darauf eingestellt sind. Es ist soviel Schnee, wie in den letzten 100 Jahren nicht im Dezember gefallen ist. Der nasse Schnee drückt die Büsche nieder und entwurzelt ganze Bäume. Teile des Jerusalemer Stromnetzes kommen für das ganze Wochenende zum Erliegen. Im Beit Josef fallen mit Beginn des Schabbats die Heizung und das Warmwasser aus. Einige Straßen werden gesperrt u.a. die Autobahn zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Es geht so gut wie nichts mehr. Das Bild, das mich am meisten beeindruckt hat, war der absolut leere Platz an der Klagemauer, keine Menschenseele hat dort an diesem Schabbat gebetet.
An der Klagemauer

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Galiläa-Exkursion Teil 5: Da waren es nur noch 2 …

2 Tage übrig von der interessanten und abwechslungsreichen Tour durch Galiläa. Wir verbringen sie mit Prof. Gunnar Lehmann. Er ist Experte für die Archäologie der Bronze- und Eisenzeit.

Das Lehmziegeltor aus der Mittelbronzezeit Unsere Tour beginnt ganz im Norden auf Tel Dan. Auf diesem Tel, der schon früh als Stadt Dan gedeutet wurde, fand man ein Höhenheiligtum und die Reste mehrerer Stadttore aus Bronze- und Eisenzeit. Eines davon ist mit fast vollständigem Lehmziegel-Aufbau erhalten, weil es durch die Jahrtausende von Erde geschützt war. Laut Lehmann finden sich hier nicht nur israelitische Einflüsse sondern auch aramäische. Vermutlich war es schon immer ein umkämpfter Ort, der mal zum einen Staatsgebiet und dann zum anderen gehörte, wegen der reichen Wasserquellen.
Einer der Jordanzuflüsse

Unser nächster Halt ist Tel Hazor. Hier fand man eine eisenzeitliche Toranlage, die der Ausgrabungsleiter sofort König Salomo zuordnete, was gut zum biblischen Befund passen würde. Einige Archäologen bewerten das inzwischen anders. Mit Hilfe der Radiocarbon-Methode lässt sich das Tor ziemlich eindeutig in die Zeit nach Salomo einordnen. Außerdem fand man hier mehrere Tempel und Gebäude aus der Mittelbronzezeit. Eines ist besonders gut erhalten, weil in einem Brand die Lehmziegel der Wand zu hartem Stein wurden.

Des Stele des Mondgottes Danach geht‘s weiter Richtung Süden. Die Ausgrabungen, die mit dem neutestamentlichen Betsaida in Verbindung gebracht werden, liegen östlich des Jordans, also eigentlich völkerrechtlich auf syrischem Territorium. Die Ausgrabungen hier haben also ein gewisses „Gschmäckle“. Gefunden wurden aus dem 1. Jh. aber lediglich die Überreste zweier Bauernhäuser, obwohl es laut Flavius Josephus eine Stadt war. Daher ist es fraglich, ob es sich hier wirklich um DAS Betsaida handelt. Aus der Eisenzeit wurde hier ein 4-Kammertor und Mauerreste gefunden. Interessant ist darüber eine gefundene Stele des Mondgottes Haran, zu der es syrische Parallelen gibt. Vielleicht war der Ort damals eine aramäische Festung, die dann von Jerobeam, König in Israel, zerstört wurde.

Nach einem Abendspaziergang an den Jordan aber schnell zurück zum Beit Noah, denn es gilt den letzten Abend in Tabgha kulinarisch vorzubereiten. Für den Grillabend mit den Brüdern und Schwestern werden verschiedene Salate und jede Menge Grillgemüse geschnippelt, Soßen abgeschmeckt und die Grills angeheizt. Nach dem ausführlichen Abendgebet und einer Begrüßung durch den Studiendekan ist der Sturm auf das Buffet eröffnet. Zu späterer Stunde bedanken wir uns musikalisch bei den Personen, die die Fahrt für uns so einmalig gemacht haben: Ludvi, the busdriver, Vincent, die Katze und last but most important unsere spitzen Studienleitung Thomas, Dominik und Maria. (Gratulation und Dank auch an die Songwriter und Interpreten). Viele Hände tragen danach zu einem schnellen Aufräumen bei und bei Bier, Wein und Saft nutzen viele noch die laue Nacht, um sich draußen zu unterhalten.

Die Herren am Grill May, Tamara und Vincent Musikalisches Dankeschön

Dalmanutha Sonnenaufgang Und am nächsten Morgen heißt es Putzen und Abschied nehmen von Tabgha. Die Koffer werden in den Bus geladen, der letzte Besuch in der Kirche, das letzte Lied vor dem Losfahren und ein letzter Händedruck der Gastgeber. Dann ist unser Aufenthalt hier endgültig vorbei. Aber einige planen schon ihren nächsten Besuch hier am See, denn „Tabgha darf man nur verlassen, wenn man weiß, wann man wiederkommt“ (Pater Jeremias

Tel Megiddo Mit Herrn Lehmann fahren wir über Tel Jizreel nach Megiddo. Dort wurde am meisten aus- und umgegraben. Eigentlich schon zu viel, denn es ist die Regel, dass Archäologen immer nur einen Teil einer Siedlung ausgraben, damit spätere Generationen mit besseren technischen Mitteln deren Ergebnisse überprüfen können. Das war in Megiddo noch nicht so. Hier hatten amerikanische Archäologen in den 1920er Jahren das Ziel den Tel von oben bis unten, Schicht für Schicht abzutragen. Ihnen kam die Wirtschaftskrise dazwischen und sie mussten sich auf ein kleines Areal beschränken. Diese Grabungen sowie die des deutschen Archäologen Schuhmacher führten zu der ganz besonderen Form des Tels heute. Hier wurden verschiedene Tempel aus der Bronzezeit gefunden, alle übereinander. Außerdem viele Zweckgebäude und Speicher aus dem 8. Jh., die auf einen Wandel der Besiedelung von einer unabhängigen Stadt zu einer funktionalen Anlage eines Staates hindeuten.

Das Mittagsbuffet In Megiddo gibt es auch vorerst zum letzten Mal Pitta, Humus, Käse und Gemüse als Mittagessen. Einige werden es vermissen andere eher weniger.

Unsere letzte Station mit Prof. Lehmann ist am Nachmittag Tel Dor, eine ehemalige Hafenstadt südlich von Haifa und heute ein beliebter Badestrand. Nach einer Besichtigung der kargen Reste geht es ab ins Mittelmeer und anschließend heim nach Jerusalem.

Gruppenbild am Strand von Dor

Der virtuell zugestellte Tagesimpuls des Studienpräfekten lautete übrigens:

„Ich freute mich, da man mir sagte:
Zum Hause des Herrn wollen wir ziehen.
Schon stehen wir in deinen Toren Jerusalem.“
(Ps 122,1f)

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