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Ein Montag

Zum Beginn der Woche ein kleines Experiment: Dieser Blogeintrag besteht aus Schnipseln, die im Laufe des Tages entstanden sind - kleine Einblicke in den (akademischen) Alltag des Studienjahres. Los geht’s.

07.50 Der Wecker klingelt. Zu früh.
(Manch einer schafft es allerdings schon zur Frühmesse um 07.15 Uhr.)

08.10 Beim Frühstück. Es gibt Weißbrot mit Nutella. Am Nachbartisch diskutiert man schon eifrig über die Philosophie in „Im Namen der Rose“. Bei uns am Tisch verkündet Annika, dass sie gerne öfter Hüte tragen würde. Pro und Contra werden ausgetauscht.

08.30 Im Studiensaal geht’s wieder los. Christian Polke eröffnet die neue Woche. Auf der Folie steht: „Elemente einer säkularen Anthropologie aus einer post-kolonialen Sichtweise (nach Talal Asad)“. Halleluja.

08.58 Schon interessant: Bis ins 17./18. Jahrhundert, sagt Herr Polke, gab es so etwas wie den Wert eines Kindes nicht. Eher die Frage, warum Gott nicht gleich vernünftige Erwachsene auf die Welt gebracht hat.

09.10 Der Religionsbegriff ist ein westeuropäischer Export. In den Kolonialstaaten mussten sich Gruppen plötzlich als „religiös“ definieren – ohne diese Kategorie zuvor gekannt zu haben.

09.35 Thema Blasphemie: „Der liebe Gott lässt sich nicht mit dem Strafrecht verteidigen.“ In der Küche wird irgendwas gebacken, das riecht bis in den Studiensaal...

09.58 Kurz vor Schluss ein Blick auf die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel – ein großes „Legitimationsnarrativ“. Es klingelt zur Pause. Dann hole ich mal einen neuen Tee.

10.30 Radikaler Themenwechsel. Der Mönch mit dem Macbook ist da. Father Mark sagt: „Good morning“. Es folgt „The Dialogue between the Catholic Church and the Oriental Orthodox Churches“.

10.36 One of the topics that has to be discussed: the procession of the Holy Spirit.
Auf der Leinwand erscheint ein hübsches Foto von Father Mark und Johannes Paul II.

10.45 Was – laut Fotos - auch wichtig zu sein scheint bei ökumenischen Treffen: „formal dinners“! Lovely picture with Pope Benedict XVI.

10.46 „Coffee breaks are important too!“

10.55 Viele Fotos von Zusammenkünften und Dialoggruppen: Geschenkaustausch, Arbeitssitzungen, Kaffeetrinken – und ein Schneemann(!)
Zu den Inhalten der Ökumene:„Purgatory and Mariology are yet to be confronted.“ Noch ein Gruppenbild mit Papst.

11.05 Bilder von harter Arbeit in Beirut, danach: „We had quite an enjoyable meal.“

11.20 Bruder Nikodemus ist jetzt auch da - zur Abschlussstunde Ostkirchenkunde. Theosis, die Vergöttlichung des Menschen, ist ein wichtiges Thema: Gott wurde Mensch, also soll der Mensch Gott werden. Ostkirchenkunde im Studiensaal.

11.30 Bruder Nikodemus betont, dass der Herausgeber der „Philokalie“ Nikodemus heißt. Die Schrift gibt’s auch in der Dormitio-Bibliothek.

11.38 Stichwort apophatische Theologie: Der Osten kann eher vom Gott sprechen, an dem man irre wird, den man nicht versteht. Vielleicht meint man im Westen zu schnell, alles zu wissen...

11.53 In Jerusalem kennen sich viele Kirchenvertreter inzwischen und besuchen einander. Das ist schon sehr viel. An der Tafel stehen die Begriffe „Hesychasmus“ und „Uniatismus“.

12.05 „Jaja, ist ja gut“, sagt Bruder Nikodemus, als es zum Ende der Stunde klingelt. Dann redet er über autokephale Kirchen. Es folgt noch ein Lesetipp: das Dokument von Ravenna. Ich habe langsam Hunger...

12.15 „Oh Gott, komm mir zu Hilfe“: Mittagshore in der Kirche.

12.35 Endlich! Gefüllte Paprika mit Reis, sehr lecker.

13.05 Ansagen und Diskussionen nach dem Mittagessen. Wer singt am Sonntag in der Messe? Getränke sollen bezahlt werden. Am 1. März ist frei, damit wir zum Jerusalem-Marathon können.

13.15 Mittagspause. Ich muss noch Ivrit-Hausaufgaben machen! Andere spülen, schreiben Hausarbeiten oder trinken Kaffee.

14.30 Wieder im Studiensaal. Markus hält ein Referat über den Tempelberg – von der Spätbronzezeit bis zur frühislamischen Zeit. Etliche Jahrhunderte in 25 Minuten.

14.43 Gab es einen römischen Tempel auf dem Tempelberg? Wir wissen es nicht.

14.55 Sure 17,1 spielt auf die nächtliche Reise des Propheten nach Jerusalem an. „Das war’s von mir. Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit“, sagt Markus. Jetzt kommen Fragen.

15.15 Der nächste Referent: Martin. Jetzt ist der herodianische Tempel an der Reihe. Von ihm gibt es kaum archäologische, dafür umso mehr literarische Zeugnisse. Zum Beispiel von Flavius Josephus. Wen wundert’s?

15.28 Die Südmauer des Tempels war 280 Meter breit. Martin lässt keine Frage offen.

16.05 Andi und einige Andere hatten trotzdem noch welche. Jetzt schnell Hebräischbuch holen und ab zum Kurs...

16.30 We achschav. anachnu baulpan – oder so ähnlich. Wir sind erfolgreich durch die Altstadt gehastet und sitzen im Klassenraum. Heute lernen wir, was „rechts“ und „links“ heißt.

17.15 Womit kann man noch fahren, fragt uns der Lehrer. Autobus, ken, ken, ja, ja, Metro, tov, sehr gut, was noch? „Sherutim“, ruft Janne. Das Wort klingt ähnlich wie das für Sammeltaxi, heißt aber leider Klo.

17.50 Wir lernen ein Hanukkahlied auf die Melodie von „Tochter Zion“. Makkabim anachnu... Und auf dem Heimweg diskutieren wir Maria, die Erbsünde und das Programm für nächstes Wochenende.

18.30 Schnell Tasche abstellen und Turnschuhe ausziehen. Abendessen! Annika präsentiert stolz ihren jüngsten Einkauf: Sie hat sich ein Herz gefasst und einen Hut erworben. Der Beweis: Annika und der Hut.

18.55 Es gab Pilztarte – und eine Nachricht: Der Gastvortrag von Helga Baumgarten über die aktuelle Lage in Palästina, geplant für heute Abend, fällt leider aus.

19.15 Umdisponieren: Statt Pflichtprogramm am Abend sitzen wir bei Tee und Bier zusammen, später trifft sich der Chor und wir gehen sicher noch in die Stadt und stoßen auf das Hanukkahfest an.

21.00 Ich sitze mit Janne und Andi in der „Oase“ auf dem Sofa und lade den Blogeintrag hoch. Andi haut ziemlich entschlossen in die Tasten: In drei Stunden muss er 15 Seiten Text abgeben.

21.17 Janne schreibt an ihrer Arbeit. Sie stellt fest, dass es ihr eigentlich egal ist, ob in der Nähe von Skythopolis im 5. Jahrhundert eine gepflasterte Straße gebaut wurde.

Mit diesen Eindrücken endet der „Liveticker“ für heute. Für uns geht es dann morgen mit jüdischer Exegese weiter.

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Der Nikolaus war da!

Wie treten im Studienjahr ja oft in große Fußstapfen. Manch eine Tradition gehört so selbstverständlich zum Programm, als hätte es sie immer schon gegeben. Der Inbegriff all dieser Traditionen ist der Nikolausabend. Und so hatte auch das 39. Theologische Studienjahr gestern Abend hohen Besuch vom Heiligen Nikolaus. Als Ehrengäste mit dabei: Mönche und Mitarbeiter der Dormitio.

Mit Glühwein und Plätzchen, Adventsliedern und Showprogramm funktionierten wir – wieder einmal – den Studiensaal völlig um, genossen Arien und die Stimmen des Chors, trugen Gedichte vor und machten uns hin und wieder (hoffentlich nicht zu uncharmant) über die Eigenheiten unserer Mönche und ihrer Plüschtiere lustig. Auch über die im Studienjahr schon legendäre Internetverbindung, für deren Bestand am Ende sogar himmlische Hilfe erfleht wurde... (Dass die Lage so schlimm dann doch nicht ist, zeigt sich daran, dass ich diesen Blogeintrag noch hochladen kann.)

Es gab jede Menge Glühwein.

Zwei Höhepunkte von vielen will ich kurz schildern. Unsere Studienleitung hat einen typischen Exkursionstag vorgestellt, „beruhend auf wahren Begebenheiten“: Vom Beginn um 05:30 Uhr mit freiwilligem Aramäischunterricht über mehrere Ohnmachtsanfälle und vergessendes Exkursionsessen bis zur viel zu späten Rückkehr. Herrlich!
Im Spiel „Power Point- Karaoke“ konnte Bruder Nikodemus in seiner Rolle als Prof. Dr. Nikodemus zeigen, wie gut er sich mit der Eisenzeit II C, der hinteren Mongolei und den Toiletten der Dormitio auskennt. Äußerst souverän präsentierte er eine Vorlesung anhand von Folien, die er zum ersten Mal sah, als sie auf der Leinwand erschienen.

Da kommt Adventsstimmung auf...

Natürlich hatte der Nikolaus - alias Pater Matthias - auch Gedichte und Geschenke mitgebracht, wir leiden zur Zeit wirklich nicht an einem Schokoladenmangel im Beit Joseph. Allmählich kommt nun etwas Adventsstimmung an im Studienhaus; die Stadt macht es einem da mit dem ständigen Wechsel zwischen Frühlingswetter und Novemberregen nicht gerade leicht...

Mönche und Studienleitung bekommen Geschenke.

Und damit niemand glaubt, wir würden zur Zeit nur noch feiern: Gestern waren wir in der Knesset und am Obersten Gerichtshof, haben Vorlesungen zum Jahresthema „Religion und Moderne“ und zu den Ostkirchen. Und beim Essen suchen wir immer noch nach Lösungen für die großen Konflikte der Region. Es gibt also genug zu tun.

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"General Cleaning"

Jetzt, wo die Begegnungsstätte bis Anfang Februar fast leer ist, machen wir Volontäre "General Cleaning." Das bedeutet, dass alle Toiletten, Duschen, Küchen und Schlafbereiche geputzt werden. Jede Fliese, jeder Abfluss, jedes Regal, etc wird geputzt und abgeschraubt, nochmals geputzt, wieder zusammengesetzt und ein letztes Mal abgewischt. Alles, was kaputt ist wird repariert oder ausgetauscht.
Eingangshalle Beit Noah Dieses Jahr kommt aber noch eine Besonderheit dazu: wir streichen. Man muss sagen, dass die Wände seit der letzten Streichaktion vor einigen Jahren nicht mehr ganz der ursprünglichen Farbe entsprachen - eher Beige statt Weiß und eher Ocker statt Gelb etc. Und deshalb wird alles neu gestrichen. Die Toilettenhäuser und die Küchen sind selbstverständlich weiß. Im "Beit Noah" wurde die Eingangshalle in gelb getaucht. Die Zimmer werden grade alle in einer anderen Farbe gestrichen, und zwar die der jeweiligen Türfarbe. Alles frisch

Auch im (schon in einem anderen Artikel erwähnten) "Beet" geht es weiter. In den letzten Tagen wurden mehrere Steine zu einem kleinen Tisch/Altar gesetzt. Außerdem haben wir die Stangen, an denen später das Pflanzendach wachsen soll, aufgestellt, geschweißt und in Beton gegossen.
Obwohl wir momentan kaum Gäste haben, gibt es hier alle Hände voll zu tun. Neben der Arbeit auf der Begegnungsstätte haben wir noch Adventskränze gesteckt und wir backen fleißig Weihnachtsplätzchen.

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"If God would speak then we must be silent."

If God would speak then we must be silent. – These words from the medieval German mystic John Tauler OP, give us a good orientation as we begin again the season of Advent.

Everyone loves Advent, with its special atmosphere characterized by the festive wreath, candles, special Masses, readings from the prophet Isaiah and purple vestments. Yet although it culminates in the great feasts of Christ's birth, manifestation and baptism, and of Mary as Mother of God, its focus in the first two weeks is not at all sentimental. The liturgy's emphasis falls not on the first coming of Christ - that of the babe of Bethlehem - but rather on his second glorious coming, to judge the living and the dead. It is Christ Pantokrator, the Almighty One, the risen Kyrios, whom we celebrate tomorrow and in the next two weeks.

That is why the quotation from Tauler is so important.

Waken up... It is a message that the liturgy hammers home. Not only "Wachet auf!" ("Waken up!') but "Shut up!": that is what we are called to do. We need to learn how to cultivate more outer and inner silence, stilling the crowd of words, images and ideas jostling in our minds, so as to attend to the one Word worth hearing, the one God speaks in eternity, the one he spoke in Bethlehem and the one he will speak at the end of the ages - Jesus Christ, the long-awaited Messiah - promised by the prophets, conceived by Mary, acclaimed by John and taken up in glory in his death and resurrection. He alone is the Savior of the world, whose life, teaching, miracles and above all saving passion, opens up for everyone the way of access to God. Advent is a privileged time for listening to his voice.

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„Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen, die Steppe soll jubeln und blühen.” (Jes 35,1)

Wir erleben es hier in Galiläa hautnah, und der Bibelvers wird ganz lebendig und begreifbar: Nach den ersten starken Regenfällen verwandeln sich die Höhen und die Uferbereiche des Sees nun in ein frisches Grün.
Mit dem Beginn des neuen Kirchenjahres, das wir heute beginnen, haben wir das Gefühl auch, dass die Natur zu einem neuem Leben erwacht. Die Schwalben sind zahlreich da und auch viele Zugvögel aus den nördlichen Gefilden, zum Beispiel der Eisvogel.

Wir wünschen Ihnen, liebe Leser, eine besinnliche Adventszeit.

Die Zeit des Wartens und Erwartens: Hoffentlich können es viele noch! Wenn nicht, der Advent gibt wieder erneut die Chance dazu. Ich wünsche es, wie wir es von den Kindern gezeigt bekommen. Sie können sich mit jeden Tag auf das Fest hin sich immer mehr freuen. Im frohen Erwarten möge sich dann die Freude erfüllen an der Liebe Gottes, die wir erneut an Weihnachten feiern, wenn sich Gott in der Gestalt eines Kindes zeigt. Gottes Liebe ist so wunderbar, so wunderbar groß und was kann da noch größer und schöner sein. Wie es in einem Lied heißt.

In der vergangenen Woche wurde in der Küche die Decke abgehängt, so dass die Abzugsleitungen des Dunstabzugs verdeckt ist. Im Zimmer von P. Hieronymus, dessen Nasszelle altersgerecht eingerichtet ist, sind Haltegriffe angebracht. In der Bibliothek stehen zum Teil die Regale, und die Bücher warten, in Kartons verpackt, auf das Einordnen.

Und auch wir richten uns schon mal die Klausurzimmer ein. Im Refektorium (Speiseraum) sind schon die Tassen und Teller im Schrank. Die Tage des alten Klosters sind allmählich gezählt. Jetzt heißt es nur noch: Altes Haus, halt noch vollends durch! Die Strom- und Wasserleitungen sind bereits sehr porös…

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Wo bin ich hier eigentlich?

Eine bewegte Zeit liegt hinter uns: Ja, wir haben ihn miterlebt, den zweiten Luftalarm in Jerusalem. Dieses Mal schon. War es schlimm? Nein. Wir hatten alle nicht mehr daran geglaubt. Wir hatten nicht gedacht, dass die Sirene noch einmal losgehen würde. Und als es dann doch der Fall war, mitten in der Mittagspause, da schauten wir alle verdutzt aus unseren Zimmertüren heraus und gingen gelassen hinunter in den Bunker, der eigentlich der Aufenthaltsraum der Volontäre ist. Handys und Laptops ausgepackt und schon nach kurzer Zeit die Entwarnung. Draußen ging alles seinen gewohnten Gang. Da dachte ich mir: Wo bin ich hier eigentlich gelandet? Die Jerusalemer schienen sich nicht stören zu lassen und auch "unsere" Mönche strahlten eine Gelassenheit und Ruhe aus, die auf uns überging. Am Tag darauf hielten wir ein Friedensgebet ab - und zwei Stunden später wurde die Waffenruhe ausgerufen. Bis jetzt hält sie, das sind bereits 9 Tage.
Seitdem geht es auch bei uns ganz normal weiter. Beten wir darum, dass das so bleibt.

In den vergangenen Tagen hatten wir - wieder einmal - zwei spannende Veranstaltungen. Zum einen besuchte uns Dr. Alick Isaacs, ein jüdischer Israeli, der in dem Projekt "Talking Peace" arbeitet und uns mit seiner Vorlesung 'a prophetic Peace' neue Denkhorizonte und Konzepte eröffnete, über die wir mit Sicherheit noch oft und lange diskutieren werden. Zum anderen führte Herr Professor Ebner uns in seiner Vorlesung 2000 Jahre zurück in die Anfänge des Christentums, in die urchristliche Gemeinde und ihre Beziehungen zur griechisch-römischen Stadtkultur. Auch hier haben wir durch andere Augen auf das Neue Testament geschaut, durch einen neuen Blickwinkel die Evangelien und Briefe zu deuten und kontextualisieren gelernt.

Und dann hat gestern auch die Reihe der Patriarchenbesuche begonnen. Bruder Nikodemus, der die nötigen Kontakte hat, wird mit uns in nächster Zeit die Patricharchate der christlichen Kirchen, die in dieser Stadt angesiedelt sind, etwas genauer unter die Lupe nehmen. Bruder Nikodemus vor den Eingangspforten. Bruder Nikodemus vor den Eingangspforten. Gestern ging es los mit dem syrisch-orthodoxen Patriarchat, und zwar mit einer Vesper in der "Kathedrale", einem kleinen Kirchlein, unter der einem Traditionsstrang nach der Abendmahlssaal gewesen sein soll. Nun gut, der soll ja auch noch bei uns um die Ecke vom Beit Joseph gewesen sein. Man lernt, die Dinge hier nicht zu genau zu nehmen... Jedenfalls war das Besondere an dieser Vesper wohl, dass sie in Aramäisch gehalten wurde, der dortigen Liturgiesprache und der Sprache, die Jesus Christus gesprochen hat. Alleine unter diesem Gesichtspunkt war es eine bewegende Sache. zu Besuch im syrisch-orthodoxen Patriarchat Im Anschluss an die Vesper wurden wir noch nett im Thronsaal vom "Generalvikar" empfangen, bevor es dann wieder zurück gen Dormitio ging - pünktlich zur dortigen Vesper und Eucharistie. Ja, das ist Jerusalem.

Aber auch sonst lassen wir uns von manchen Spannungen, denen dieses Land ausgesetzt ist, nicht unterkriegen: mit einem Frankenabend, Chorproben, Kneipenbesuchen, Volleyballspielen und vielem mehr lässt sich der Alltag sehr gut gestalten. Spaß haben wir an unserem Leben hier im Heiligen Land nach wie vor - und ab morgen, wenn das erste Türchen vom Adventskalender geöffnet wird, wird es vielleicht auch hier etwas besinnlicher. In Adventsstimmung sind wir aber eigentlich alle noch nicht.

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A kingdom of justice, love and peace

Today we are celebrating the Solemnity of Christ as King of the Universe. It is a relatively modern feast. Nowadays one often hears criticism of the liturgical reform initiated by the Second Vatican Council but we must never lose sight of the tremendous benefits that reform brought with it. One of them was surely the upgrading of this feast and its placing at the climax of the liturgical year. It contains some excellent prayers, especially the very fine Preface of the Mass. If we want to know what a true vision of the kingdom of God can be like, there is no better place to begin than here:

...an eternal and universal kingdom,
a kingdom of truth and life,
a kingdom of holiness and grace,
a kingdom of justice, love and peace...

The Gospel for this year, (B), is St John's account of the meeting between Christ and Pontius Pilate, in which Jesus insists that his kingdom is not of this world, but also tells the Roman Governor that he came into the world to bear witness to the truth. We need to remember that the kingdom comes not through our efforts. We do not bring it into being: God does. Our task is to work with him with him in proclaiming his gospel of reconciling love, without ever forgetting that the kingdom is his. That is why we pray every day, in the Lord's Prayer,"Thy kingdom come."

As we approach the end of another liturgical year - the Church's year of grace - this great feast invites us to life up our hearts and hands in prayer for the coming of God's kingdom, and to remember that everything is always brought about by grace - and grace alone.

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Traditionen

Eine Tradition, die es hier in Tabgha gibt, ist die Galiläa-Exkursion der Jerusalemer Studenten. Anfang November kamen also etwa 30 Leute des Studienjahres bei uns an und belebten die Begegnungsstätte ein letztes Mal in diesem Jahr - zumindest abends, denn tagsüber waren die Studenten auf Exkursionen, wie man in den anderen Blogartikeln lesen kann.
Wir Volontäre und die Mönche waren bei den Studenten zum Grillen eingeladen, wir feierten gemeinsam das Brotvermehrungsfest und es ergaben sich immer wieder nette Gespräche.

Eine andere Tradition, die wir gefeiert haben war "Thanksgiving". Da ist der Vogel Unsere beiden amerikanischen Volontäre, Josh und Paul, verbrachten fast einen ganzen Tag in der Küche, um den Truthahn vorzubereiten. Das Ergebnis war unglaublich lecker. Es gab Green Bean Passerole, Stuffing (das aus Brot und Gemüse bestand), Süßkartoffeln mit Marshmallows und natürlich den Truthahn. Das gute Tier wog neun Kilo und ein reichte für mehr als eine Mahlzeit. Als Nachtisch gab es dann noch Bananenkuchen mit Zuckerguss. Wir aßen alle so viel, dass wir und kaum noch bewegen konnten.
Die vielen Kulturen, die hier im kleinen Tabgha vertreten sind, bereichern sich gegenseitig immer. "Thanksgiving" ist "nur" ein Beispiel von vielen. Das grosse Essen In den nächsten Wochen drehen wir das Ganze um, dann stecken wir mit dann Amerikanern Adventskränze.
Die einen lernen etwas Neues kennen und für die anderen "feels like home", wie unsere Amerikaner nach dem gemeinsamen Thanksgiving-Essen sagten.

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...as we forgive those who trespass against us

Like most people who live in community for a long time, St. Benedict knew something about conflict and conflict-resolution. In his chapter (No. IV) in the Rule, called, "The Tools of Good Works", he included two that are very relevant to this matter.

The first is, "Contentionem non amare", which means, "Do not love strife and contention." One can meet people at times who seem to thrive on fighting, who take offence very quickly and seem to find it impossible to let go of a grievance. But the willingness to do that - no matter how hard - is what makes community life (and marriage!) possible. light and shadow Medieval monks often likened a monastery to a return to paradise, but in truth, if the spirit of contention takes over it could become a kind of purgatory on earth. For that reason the Rule prescribes the recitation of the Lord's Prayer at the end of Vespers every evening: "Forgive us our trespasses as we forgive those who trespass against us."

Benedict's other tool is the admonition: "Do not make a false peace!" It can be better to live for a while with the tension of discord rather than just sweeping everything under the carpet and pretending that it is all OK. Peace, like every other desirable human condition, has to be based on truth. No one ever said that life together in community is always nice or easy. It is a demanding task to live together and to carry out the precepts of the Gospel.

But as they say during the celebration of the Byzantine liturgy: "Christ is in our midst!", and he is the lasting bond of peace.

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The silencing of weapons...

Last night we prayed for peace. Our students never fail to amaze me: as if out of the blue they sang a complex and beautiful piece by Mendelssohn, having had perhaps only a day to prepare it!
But what struck me most was a German hymn I had not heard before, from Paul Gerhardt, one of the greatest Protestant hymn writers of the early modern period in Germany. Here are some lines of one of the stanzas, in translation. Naturally they lose their poetic quality but I think they convey a real yearning for peace. Gerhardt after all experienced the terrible wars of religion that marred the history of Central Europe, so he knew what he was talking about:

O that God would declare to us the end of war,
the silencing of weapons
and an end of all unhappiness!

Since last night a fragile peace has descended on this land. We need to go on praying that it will endure. As I said before, a ceasefire is not yet a true peace - but it is at least a necessary start. For real and lasting peace it is not enough just to keep raising our hands to heaven. There was to be concerted, creative, imaginative political action and a corresponding thrust to alleviate social injustice and economic hardship. That at least was our experience in Northern Ireland, where, despite its imperfections and some deplorable on-going violence, the peace process has been largely successful. However for peace to come there has to be a will to achieve it - not just a desire for victory.

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