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Abt Maurus Kaufmann OSB


Abt Maurus Kaufmann Maurus (Johann) Kaufmann wurde 1871 in Elben in Westfalen geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte er in Paderborn Theologie und wurde 1895 zum Priester geweiht. Schon in den ersten Kaplansjahren kam in ihm der Wunsch auf, in einen Orden einzutreten. Da jedoch sein Bischof nicht zustimmte, übernahm er zunächst eine Stelle als Krankenhausseelsorger in Bochum und wurde anschließend Pfarrer, bevor er nach zehn Jahren in der Seelsorge schließlich in die Abtei Maria Laach eintrat. Nach seiner Profess (1905) arbeitete er als Infirmerar und als Ökonom in der Landwirtschaft. 1909 berief man ihn als Lehrer an das Klostergymnasium in Seckau und später an die Klosterschule in Ettal. Während des Ersten Weltkrieges bekleidete er das Amt des Vizerektors des Griechischen Kollegs in Rom.
Im Winter 1920/21 wurde er ins Heilige Land gerufen und ihm vom Lateinischen Patriarchen Barlassina die Leitung des Priesterseminars in Beit Jala übertragen. Doch bereits fünf Monate später wurde die Dormitio zur Abtei erhoben und Maurus Kaufmann zu ihrem ersten Abt ernannt. Sein Wahlspruch lautete: Veritas et bonitas – Wahrheit und Güte!
Als Abt setzte er sich nun vor allem für die Innengestaltung der Abteikirche ein. So wurde unter seiner Leitung und durch seinen Einsatz der Fußboden der Kirche mit einem Mosaik versehen, der Chor mit dem Apsismosaik geschmückt und die Nebenaltäre ausgestaltet. Außerdem erhielt die Krypta als Zentrum die plastische Darstellung der entschlafenen Gottesmutter. In seiner Amtszeit vergrößerte sich der Konvent auf über 40 Mönche.
Den Jahren des Aufbaus und Aufblühens folgte eine sorgenvolle Zeit. Als ein Teil des Konventes während der Zeit des Zweiten Weltkrieges interniert wurde, durften nur Abt Maurus und einige nichtdeutsche Patres bleiben. Nur kurz war der Konvent 1945 wieder vereint, bevor er im großen 1948er Krieg komplett den Berg Zion verlassen musste. Die Brüder mussten alles zurücklassen und lebten fortan bei den Borromäerinnen im St. Charles Hospice, fast in Sichtweise zu ihrem Kloster. Abt Maurus und die Brüder sahen mit an, wie ihr Lebenswerk zwischen den Fronten des Krieges zerstört wurde.
Noch im Exil bei den Borromäerinnen starb Abt Maurus am 28. Februar 1949 und wurde zunächst auf deren Friedhof begraben. Erst am 21. September 1978 wurden seine Gebeine auf den Zion übertragen und auf unserem Klosterfriedhof beigesetzt.