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Studi-Blog


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Wenn der Superior nicht in die Töpfe schauen kann...

Das obere Stockwerk und die Giebelseite zum Atrium und zum Refektorium sowie die Büroräume sind verschalt und werden demnächst in Beton gegossen.
Unser Superior Pater Matthias kann schon mal Probe schauen ins Atrium und zum Klosterladen. Eines kann er jedoch nicht: Vom Büro aus in die Kochtöpfe schauen, da die Küche zwei Stockwerke tiefer liegt. Es hat schon auch was Gutes, wenn man nicht alles sieht.
In den Kreuzgängen und zum Teil in den Klausurräumen sind die Wände mit dem hellen Kalstein verkleidet. Ja alles nimmt mehr und mehr Gestalt an.

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“Now, You feel the house.”

Genau so ist es: „Now, You feel the house. – Jetzt fühlst Du das Haus.“ So sagte es heute kurz und knapp unser Bauunternehmer Khalil, als ich mich mit ihm in der Mittagszeit zu einigen Arbeitern setzte, die sich gerade im Schatten der Bäume hingehockt hatten; – kleine Pause mit arabischem Kaffee.
Das ist das gleichermaßen Erstaunliche wie Erfreuliche: Man beginnt jetzt, nachdem die Verschalung bis zu den Giebeln des Westflügels hochgezogen worden sind, die Räume des Klosters und das Kloster in seiner Gänze wahrzunehmen, eben zu fühlen.
Und wie schnell das geht, ist ebenso erstaunlich. Inzwischen können wir aus dem Fenster unseres alten Klosters über das Dach des Atriums die Arbeiter auf der anderen Seite der Kirche sehen. Sie haben jetzt die letzte Höhe erreicht. Und es zeigt sich, wie gut es ist, dass das neue Kloster niedriger gebaut ist als das alte Gästehaus an dieser Stelle. Der Giebel des Refektoriums trifft sich auf gleicher Höhe mit dem unteren Dachfirst des Seitenschiffs der Brotvermehrungskirche.

Durch die neuen Verschalungen ist in nur kurzer Zeit wieder ein verändertes – und jetzt fast vollständiges – Gesamtbild entstanden. Demgegenüber sind so die scheinbar kleineren Arbeiten, oft langwieriger und mühsamer zu bewerkstelligen, Arbeiten, die später kaum auffallen werden, wie z.B. der Bau einer zementierten Wendeltreppe auf engstem Raum hinauf zu vier kleinen Büro-Räumchen unter der Dachschräge.

Wie Sie sehen, geht es weiterhin gut voran – worüber wir alle natürlich sehr dankbar sind. Now we start to feel the house.

Über dem Kreuzgang und dem Oratorium (rechts) erheben sich schon die Wände des Refektoriums mit ihren Oberfenstern. Über dem Kreuzgang und dem Oratorium (rechts) erheben sich schon die Wände des Refektoriums mit ihren Oberfenstern.

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In den letzten Stunden meines Urlaubs...

Nun sitze ich hier in den letzten Stunden meines Urlaubs und schaue Nachrichten...
Warum, so frage ich mich, kommen die EU-Außenminister nach so vielen Monaten des Blutvergießens in Syrien jetzt auf die Idee, Syrien mit Sanktionen zu belegen? Erst jetzt... – Kann man jetzt nach der Befreiung Libyens auf syrisches Öl besser verzichten?

Wie viele Menschen werden noch auf die Straßen dieser Welt zwischen Tel Aviv und Madrid, Stuttgart und Athen, Kairo und den Syriens gehen müssen, bis wir wagen, den Schritt ins dritte Jahrtausend zu gehen? Nicht nur das 20. Jahrhundert mit seinen Kriegen und Krisen liegt hinter uns, auch das ganze zweite, nachchristliche Jahrtausend. Diese, unsere Welt wird sich ändern müssen. Doch sie kann es nicht alleine. Sie braucht uns...

Über Basilius Alle Blogbeiträge von Basilius


Schabbat Schalom!

Was für eine Woche!
Neben spannenden archäologischen Exkursionen zu kleinen und großen Steinen und damit verbundenen Traditionen Jerusalems mit Prof. Küchler haben wir eine schweißtreibende, wunderschöne Wanderung durch das Backofen-Wadi Quelt hinter uns. Wir erlebten einen tollen Sonnenaufgang in der Wüste und hatten Gelegenheit, das Georgskloster von innen zu sehen, inklusive mumifiziertem heiligen Georg. Ein feudales Picknick und ein anstrengender Gipfelsturm rundeten diesen Exkursionstag ab. Nach bestandenem Training freuen wir uns alle jetzt noch mehr auf den Sinai!
Dank Prof. Küchler haben wir diese Woche auch unsere neue Heimat noch einmal viel genauer und von spannenden Seiten aus kennengelernt. Da erwachte bei so manchem der archäologische Abenteuer-Geist!
Gestern Abend läuteten wir dann das Wochenende mit einer leckeren Grillparty anlässlich des Geburtstags unserer Assistenten Christina und Miro ein. Und wo wir grade bei festlichen Anlässen sind, wünschen wir unserem Vater Abt Gregory noch Gottes Segen zum Namenstag!
Mehr von dieser spannenden, steinigen Woche gibt es in unseren privaten Blogs. Schabbat Schalom!

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Die Zeit fliegt

Schon ist auch die zweite Woche in Jerusalem rum - unglaublich.
Die erste, sehr informative Vorlesung liegt hinter uns, die Prüfungs-Essays sind in der Mache. Bethlehem haben wir auch gesehen (und dabei gemerkt, dass eine Exkursion nicht das Gleiche wie ein Ausflug ist), den Propst in der Erlöserkirche haben wir besucht, auf Arabisch können wir auch schon einige Wörter.
Gestern hatten wir die Ehre, zur arabischen Hochzeit des Sohnes unserer Köchin Nana eingeladen zu sein - neue kulturelle Erfahrungen machen wir hier am laufenden Band.
Auch der zweite Geburtstag wurde schon gefeiert, der dritte folgt sogleich.
Bei all dem lässt die Sonne uns nicht im Stich (manchmal ist dies nicht unbedingt ein Segen).

Ab morgen werden wir mit Prof. Küchler Jerusalem noch genauer archäologisch erkunden.

Einen schönen Sonntag allen!

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Jetzt beginnt der akademische Ernst des Lebens

Nachdem wir nun die letzten zehn Tage bei strahlendem Sonnenschein Jerusalem und Umgebung erkundeten und zuweilen lange auf unserer schönen Dachterrasse gesellig zusammen saßen, kam schon richtig Urlaubsstimmung auf. Da viel es schwer, sich vorzustellen, dass wir zum Studium hier sind. :)

Damit wir uns an dieses dolce vita nicht etwa gewöhnen, begann heute um 8.30 Uhr das Vorlesungsprogramm. Unsere erste Vorlesung hält Pater Körner SJ über islamische Eschatologien.

Vier Stunden verbrachten wir mit Koranrezitationen aus Youtube, Offenbarungsvorstellungen und einer Analyse von Sure 1, was sehr kurzweilig und interessant war. In unserer Kaffeepause bekamen wir Besuch von Abt Gregory. Gemeinsam stellten wir fest, dass es eigentlich zu heiß ist für Kaffee, was uns allerdings nicht daran hinderte, gemeinsam einen zu genießen. :) Da weiß man den klimatisierten Hörsaal umso mehr zu schätzen. :)

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Urlaub!

So, der neue Abt ist gewählt und eingeführt. – Und, up to now, sind wir auch sehr glücklich mit alledem.
Daher ist der Prior mal so frei, packt ein paar Klamotten in den Koffer, und macht ein paar Tage Urlaub.

Damit Ihr aber nicht ganz ohne Geschichten und Beobachtungen vom Zion auskommen müsst, sei Euch noch mal ganz herzlich unser vierteiliger Studi-Blog ans Herz gelegt, falls Ihr den nicht schon ohnehin entdeckt habt! Schaut einfach einmal ab und zu hier rein!

Bis demnächst wieder an dieser Stelle!

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Jenseits der Mauer in Bethlehem...

...war unser heutiger Tag voller spannender Begegnungen.
Wir quetschten uns alle durch den winzigen, unscheinbaren Eingang in die dann umso beeindruckendere Geburtskirche und bewunderten Mosaik um Mosaik, beinahe unerkennbar gewordene Zeichnungen an den Säulenreihen sowie die kleine, pompös ausgeschmückte Geburtsgrotte durch die sich täglich hunderte Pilger schieben. Mit diesen Eindrücken aus längst vergangener Zeit wurden wir durch die Begegnung mit einem palästinensischen Theologen wieder direkt in die aktuelle Situation katapultiert. Das einizige uns schon bekannte an diesem Tag war eine herrlich frische Falafel zu einem ungeahnt günstigen Preis. Besonders hungrige Studierende konnten da gleich zwei verdrücken! Karawanenlike zogen wir zum Abschluss des Tages ins Emmanuel - Kloster nahe der Mauer wo wir mit einer Fußwaschung überrascht wurden. Ein aufregender Tag für alle Sinne, für Kopf und Herz liegt hinter uns!

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Jesus und seine Bodyguards

Gestern Abend saß ich mit zwei Brüdern in der Rekreation, und wir haben (na, was wohl?) Weltjugendtag am Fernseher geschaut. Die letzten Minuten der Begegnung des Heiligen Vaters mit den Jugendlichen mit Behinderungen. Danach der Weg zum großen Gottesdienstgelände, wo dann die Vigil stattfand.
Als der Papst, dort angekommen, zur Altar-Bühne ging, mussten wir doch sehr schmunzeln. Es war wie eine Illustration zu Lukas 18,15ff... Die Kinder auf dem Weg zum Papst, wollten ihn berühren, vom ihm gesegnet werden. Aber die Bodyguards warfen sich mutig dazwischen und haben sie gehindert. Lasset die Kinder...

Wie viele Bodyguards haben wir um uns aufgestellt, die andere hindern zu Jesus zu kommen? Um und in der Kirche? Um und in unserem Leben?

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Von Zahlen und Figuren...

„Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren...” beginnt ein Gedicht von Novalis, das ich seinerzeit auch bei der Abiturrede eingebaut habe. Es kam mir heute noch mal in den Sinn, als ich vor vielen Zahlen stand.

Die letzte: Ich komme gerade aus der Komplet, die wir in der Krypta um die Marienfigur dort beten. Nachdem eine schwarze(!) Katze durch das offene Kirchenportal gekommen war, und ihre Runde durch die Krypta drehte, lief Bruder Daniel als Küster ihr hinterher, als sie die Krypta durch den nördlichen Treppenaufgang wieder verließ. Danach standen zum Schlussgebet, zum Segen und zur Marianischen Antiphon am Ende der Komplet in den zwölf Bögen des Gewölbes exakt wieder zwölf Männer: neun Mönche, zwei Oblaten und ein Volontär – so wie damals die zwölf Apostel um die sterbende Maria... (Auf den Bänken in der äußeren Reihe waren vorhin auch noch andere!) – Zwölf!

85. – Der Blick zurück, denn heute vor 85 Jahren wurde die Dormitio zur Abtei erhoben. Damit ist sie immer noch fünf Jahre jünger als Pater Hieronymus, der immerhin schon 90 Lenze zählt.
Acht. – Der doppelte Blick nach vorne: Acht Jahre mit dem neuen Abt beginnen nun so richtig. Denn mit Mariä Himmelfahrt beginnt das neue Jahr erst so richtig (siehe vorangehenden Klosterblog). Und: Acht Monate mit dem neuen Studienjahr. Inzwischen sind alle Studierenden angekommen, bekamen heute (trotz Feiertag) einige technische und praktische Hinweise. Ab morgen erkunden sie Land und Leute: 21 reguläre Studierende, so viele wie Briefe im Neuen Testament, und vier Gasthörer – so wie vier Evangelien, vier große Propheten, vier Elemente und vier Himmelsrichtungen..

Ich mag solche Zahlenspiele, will mich nicht im mindesten darüber lustig machen. Ganz im Gegenteil. – Aber welche Zahlen für mein Leben von Bedeutung sind, und welche für Dein Leben, das muss jeder von uns selbst herausfinden.
Und: Solche Zahlen, solche Zahlen in meinem Leben sind nie Selbstzweck. Sie sollen helfen, mehr und tiefer zu erkennen und die Welt mit dem eigenen Leben und mit den Menschen um uns herum ernst zu nehmen, anzunehmen und zu verstehen.

Mit Novalis:

Wenn sich die Welt ins freye Leben
Und in die Welt wird zurück begeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu ächter Klarheit wieder gatten,
Und man in Mährchen und Gedichten
Erkennt die wahren Weltgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.

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