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Aktuelles aus dem Blog


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Jenseits der Mauer in Bethlehem...

...war unser heutiger Tag voller spannender Begegnungen.
Wir quetschten uns alle durch den winzigen, unscheinbaren Eingang in die dann umso beeindruckendere Geburtskirche und bewunderten Mosaik um Mosaik, beinahe unerkennbar gewordene Zeichnungen an den Säulenreihen sowie die kleine, pompös ausgeschmückte Geburtsgrotte durch die sich täglich hunderte Pilger schieben. Mit diesen Eindrücken aus längst vergangener Zeit wurden wir durch die Begegnung mit einem palästinensischen Theologen wieder direkt in die aktuelle Situation katapultiert. Das einizige uns schon bekannte an diesem Tag war eine herrlich frische Falafel zu einem ungeahnt günstigen Preis. Besonders hungrige Studierende konnten da gleich zwei verdrücken! Karawanenlike zogen wir zum Abschluss des Tages ins Emmanuel - Kloster nahe der Mauer wo wir mit einer Fußwaschung überrascht wurden. Ein aufregender Tag für alle Sinne, für Kopf und Herz liegt hinter uns!

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Jesus und seine Bodyguards

Gestern Abend saß ich mit zwei Brüdern in der Rekreation, und wir haben (na, was wohl?) Weltjugendtag am Fernseher geschaut. Die letzten Minuten der Begegnung des Heiligen Vaters mit den Jugendlichen mit Behinderungen. Danach der Weg zum großen Gottesdienstgelände, wo dann die Vigil stattfand.
Als der Papst, dort angekommen, zur Altar-Bühne ging, mussten wir doch sehr schmunzeln. Es war wie eine Illustration zu Lukas 18,15ff... Die Kinder auf dem Weg zum Papst, wollten ihn berühren, vom ihm gesegnet werden. Aber die Bodyguards warfen sich mutig dazwischen und haben sie gehindert. Lasset die Kinder...

Wie viele Bodyguards haben wir um uns aufgestellt, die andere hindern zu Jesus zu kommen? Um und in der Kirche? Um und in unserem Leben?

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Von Zahlen und Figuren...

„Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren...” beginnt ein Gedicht von Novalis, das ich seinerzeit auch bei der Abiturrede eingebaut habe. Es kam mir heute noch mal in den Sinn, als ich vor vielen Zahlen stand.

Die letzte: Ich komme gerade aus der Komplet, die wir in der Krypta um die Marienfigur dort beten. Nachdem eine schwarze(!) Katze durch das offene Kirchenportal gekommen war, und ihre Runde durch die Krypta drehte, lief Bruder Daniel als Küster ihr hinterher, als sie die Krypta durch den nördlichen Treppenaufgang wieder verließ. Danach standen zum Schlussgebet, zum Segen und zur Marianischen Antiphon am Ende der Komplet in den zwölf Bögen des Gewölbes exakt wieder zwölf Männer: neun Mönche, zwei Oblaten und ein Volontär – so wie damals die zwölf Apostel um die sterbende Maria... (Auf den Bänken in der äußeren Reihe waren vorhin auch noch andere!) – Zwölf!

85. – Der Blick zurück, denn heute vor 85 Jahren wurde die Dormitio zur Abtei erhoben. Damit ist sie immer noch fünf Jahre jünger als Pater Hieronymus, der immerhin schon 90 Lenze zählt.
Acht. – Der doppelte Blick nach vorne: Acht Jahre mit dem neuen Abt beginnen nun so richtig. Denn mit Mariä Himmelfahrt beginnt das neue Jahr erst so richtig (siehe vorangehenden Klosterblog). Und: Acht Monate mit dem neuen Studienjahr. Inzwischen sind alle Studierenden angekommen, bekamen heute (trotz Feiertag) einige technische und praktische Hinweise. Ab morgen erkunden sie Land und Leute: 21 reguläre Studierende, so viele wie Briefe im Neuen Testament, und vier Gasthörer – so wie vier Evangelien, vier große Propheten, vier Elemente und vier Himmelsrichtungen..

Ich mag solche Zahlenspiele, will mich nicht im mindesten darüber lustig machen. Ganz im Gegenteil. – Aber welche Zahlen für mein Leben von Bedeutung sind, und welche für Dein Leben, das muss jeder von uns selbst herausfinden.
Und: Solche Zahlen, solche Zahlen in meinem Leben sind nie Selbstzweck. Sie sollen helfen, mehr und tiefer zu erkennen und die Welt mit dem eigenen Leben und mit den Menschen um uns herum ernst zu nehmen, anzunehmen und zu verstehen.

Mit Novalis:

Wenn sich die Welt ins freye Leben
Und in die Welt wird zurück begeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu ächter Klarheit wieder gatten,
Und man in Mährchen und Gedichten
Erkennt die wahren Weltgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.

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Wohnung auf Zeit

Jetzt, nachdem die Verschalungen entfent sind, können wir uns das Ausmaß der Räumlichkeiten des Westflügels gut vorstellen: Oratorium Refektorium und Sprechzimmer.
Unsre Hundedame Ayla hat sich schon mal einen schattigen Platz gesucht in einem der Klostergänge, die bei der Hitze schöne Kühlung bieten. – Ja, die Natur weiß schon, wo was gut ist.
Als „Klausurbewohnerin” muss sich Ayla aber darauf einstellen, dass die Zeit ihres Wohnens dort nur auf eine kurze Dauer beschränkt ist...

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Spiegelungen und Perspektiven

Manchmal schenkt einem der Alltag neue Perspektiven, ohne dass man sie groß suchen müsste.

Heute ist wieder so ein Tag: Ich habe diese Woche den Dienst als Hebdomadar, stehe also auch der Eucharistiefeier vor. Heute Abend in der Messfeier fiel mein Blick durch das Hauptportal, das wegen der Hitze geöffnet war. Dabei sah ich auf der gegenüberliegenden Seite des Kirchenvorplatzes in die Glasfront unseres Klosterladens. Und in den Scheiben spiegelte sich ein Teil der Säulen, die das Kirchenportal außen einfassen. Ich saß also an prominenter Stelle in der Kirche – und stand zugleich draußen vor der Tür... Da kommen einem die Worte Jesu von den Ersten und den Letzten in den Sinn und von denen, die sich zuerst einmal an das obere Ende der Festtafel setzen.

Zwar habe ich eine zweite Spiegelung schon einige Male wahrgenommen, aber als ich heute dann später am Altar stand, mit dem Gesicht in Richtung des Apsismosaiks, fiel sie mir doch stärker auf: Beim Blick in den mit Wein gefüllten Kelch sah ich nämlich das Apsismosaik mit der großen Marienfigur und dem Jesusknaben auf ihrem Arm. Gespiegelt. – Und durch diese Spiegelung war es so, als würde ich von hinten durch die Figuren hindurchsehen. Oder, treffender: Mit Blick in den Kelch durfte ich gewissermaßen mit den Augen Jesu in unsere Kirche und in die Welt hinter dem geöffneten Kirchenportal schauen.

Es gibt manchmal Spiegelungen und Perspektiven, die einem der Alltag schenkt, und die man einfach nur dankbar annehmen kann!

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Die nächsten Wände stehen!

Diese Woche war sehr intensiv für unsre Gemeinschaft mit dem Klosterneubau verbunden. Die Architekten Alois Peitz und Hubertus Hillinger sind da, um mit uns die Innenausbauten der Zellen, der Bäder, des Oratoriums und des Kapitelsaals zu klären und unsre Vorschläge und Wünsche mit einzubringen. Deshalb gab es auch ein Treffen mit einem Schreiner in Karmiel in Obergaliläa und mit einem Kunstschlosser.
Heute ging wieder ein Bauabschnitt zu Ende. Die Außen- und Innenwände des Oratoriums, des Refektoriums und der anderen Räume der ganzen oberen Etage sind nun in Beton gegossen. Wie immer gab es dann am Ende des Arbeitstages für die Bauarbeiter eine Stärkung und ein herzliches Mabrouk (= Glückwunsch!!!).
Mich freut es ungemein, dass nun der Bau des Oratoriums verwirklicht wird, welches ich mit als Herzstück gemeinsam mit unsrer Brotvermehrungskirche ansehe. Vergelt‘s Gott allen die es für uns möglich machen! Jeden Tag wird für alle gebetet auf dem Zion, hier in Tabgha und in Hildesheim.

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An der Schwelle zweier Jahre

Nein, ich habe mich nicht im Datum geirrt. – Der westliche Jahreswechsel ist noch einigermaßen weit entfernt, und auch das jüdische (29. September) bzw. muslimische Neujahrsfest (26. November) stehen noch nicht unmittelbar vor der Tür.
Aber für uns auf dem Zion ist auch der 15. August der Beginn eines neuen Jahres. Und das aus mehreren Gründen:

  1. Natürlich ist unser Treppenhaus im Neubau in Tabgha. Patrozinium, das Hochfest Mariä Himmelfahrt schon an sich ein ganz besonderer Tag im Jahreslauf.
  2. Damit geht einher, dass meistens um diesen Tag (in diesem Jahr genau am Tag selbst) das neue Studienjahr beginnt: Der Wechsel im Beit Josef, neue Leute auf dem Gelände usw. – Fast so wie der erste Schultag nach den Sommerferien früher.
  3. Spannender Weise ist es auch eine klimatische Trennung. Denn als Faustregel kann man annehmen, dass der Höhepunkt des Sommers und damit der Hitze mit dem 15. August geschafft ist. Zu sagen, dass dann schon der Herbst beginnt, wäre freilich verfrüht. Aber ein paar Grad weniger als in den vergangenen zwei Wochen, das ist schon gut!
  4. Last but not least: Heute Abend kommt Abt Gregory an. – Damit beginnt auf ganz andere Weise ein neues Jahr.

Kurzum: Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich im Moment etwas Bauchkribbeln habe, was da wohl so alles auf uns zukommt...

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Globalisierung auf monastisch

Seit wir vor einer Woche mit Pater Gregory Collins einen Iren zum neuen Abt unserer Gemeinschaft gewählt haben, werden wir immer wieder mit einer Frage konfrontiert (wir hier in Jerusalem und auch Abt Gregory derzeit noch in Irland): Wie kommt es dazu, dass ein Ire zum Abt eines deutschen Klosters in Israel gewählt wird?

Beschränkt man sich auf diese Frage alleine, ist es tatsächlich spannend. Da kommen drei Nationalitäten und verschiedenste Sprachen (von Gälisch bis Hebräisch und Arabisch) zusammen. Das wirkt modern und aufgeschlossen – und, wenn ich das so sagen darf: Das ist es ja auch irgendwie.

Aber wir hatten keinen Unternehmensberater, der uns zu engagierter Globalisierung und aktiver Internationalisierung geraten hat. – Im Gegenteil: Wir sind schlicht unseren Traditionen und Wurzeln gefolgt. Denn bei aller Verwurzelung im deutschen Sprach- und Kulturraum, die Dormitio war in den etwas mehr als hundert Jahren ihrer Geschichte nie ein bloß deutsches Kloster. Von Anfang an gab es Brüder mit nicht-deutschen Pässen; nur so konnte die Dormitio auch über die Kriegswirren gehalten werden...
Es gab einheimische, arabische Berufungen, wenn auch nur wenige; es gab konvertierte Juden, die sich hier im Mönchsleben versuchten. Bis heute gehören ein Kroate, ein Franzose, ein Amerikaner, zwei Polen und ein Slowake zu unserer Gemeinschaft. – Ein Abt aus Irland ist da gewiss kein Exot.

Und wenn man den Kreis noch weiterspannt und auf das Mönchtum als Ganzes blickt, wird man einmal mehr erkennen, dass die Kirche immer schon ein multinationales und globalisiertes Unternehmen war: Der Ruf der ägyptischen Mönchsväter, allen voran Antonius, verbreitete sich im ganzen Römischen Reich. Große Mönchs- und Bischofsgestalten wie Martin von Tour und Basilius von Caesarea kamen im ganzen Reich herum. Und unser heiliger Vater Benedikt konnte aus all den monastischen Erfahrungen rund um das Mittelmeer profitieren, als er seine, unsere Regel schrieb. Die wieder hat sich von Italien aus über ganz Europa verbreitet.

Mönche suchen Gott.
Mönche loben Gott.
Im Gebet und in der Arbeit, im Schweigen, in Kunst und Wissenschaft.
Da gibt es keine Grenzen. Zumindest keine aus Sprachen, erst recht keine aus Zäunen und Mauern und mit Zoll-Stationen.

Ein irischer Abt auf dem Zion verbindet daher nicht einfach zwei der äußersten Punkte christlich-europäischer Kultur. Er mahnt uns auch, weiter über diesen Tellerrand hinauszuschauen. Nach Osten und Westen, nach Süden und Norden. Aber auch über unser irdisches Leben hinaus. Und das taten und tun Mönche aller Zeiten und an allen Orten!

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An Gottes Segen...

Wo gibt‘s denn so etwas noch heutzutage? – Ich möchte es ganz im positivem Sinn und großer Freude sagen, aber auch ernsthaft fragen.

In der Brotvermehrungskirche. Vor großen Bauabschnitten, bevor zum Beispiel die Betonmaschinen anrollen oder bei Schwierigkeiten: Da ist unser Bauingenieur Khalil ganz bescheiden vor einem unsrer Gnadenbilder, wie ich sie nenne, und zündet ein Licht an um gutes Gelingen. Ja, so manche Stoßgebete gehen da zu unserm Herrgott oder zu unsrer Fürbitterin, seiner Mutter Maria. – Wie wertvoll solche Stoßgebete sind, die zu Herzensgebeten werden!
„An Gottes Segen ist alles gelegen.“ Das bekommen wir sichtlich zu erleben, immer wieder. Wenn dann ein Bauarbeiter bei einer Hitze von 44 Grad noch singen kann und alle bei guter Laune sind, erfüllt es uns immer wieder mit Freude und Dankbarkeit.
Zurzeit werden einige Pfeiler und Säulen in Beton gegossen. Weil es „Filigranarbeiten“ sind, werden die Betonmengen mit kleinen Betonmischern und zum Teil von Hand gegossen.

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Einfach schön!

Der Neubau geht nach Plan voran. – Gott sei Dank!
Wir sind inzwischen bei der Verschalung der Räume des Westflügels auf der Ebene des Atriums angelangt.
Es ist immer wieder ein spannender Moment, wenn vom Bauplan auf dem Papier, der einem schon im unzähligen ‚Rauf- und Runter-Schauen‘ vertraut ist, die dreidimensionale Räumlichkeit entsteht. Die Tage, an denen die Verschalungen gesetzt werden für den nächsten Bauabschnitt, geben da einen ersten Eindruck, und das dankbare Gefühl, dass es gut weiter geht. Zwei Sprechzimmer in der Nähe der Pforte sind zu erkennen, das Refektorium und das Oratorium.
Übrigens ist mir inzwischen mehrmals begegnet, dass Klostergäste, die die Entwicklungen des Klosterneubaus via Internet verfolgen, recht überrascht waren, die Baustelle in natura zu sehen. Immer wieder war die Reaktion zu hören, dass das Kloster in Wirklichkeit ja gar nicht so groß wird, wie die Perspektiven auf den Fotos wirken. – Ich finde, sehr sympathische Bemerkungen. Denn sie haben recht; es wird nicht ‚groß‘, aber für ‚Tabgha-Verhältnisse‘ angemessen und sinnvoll. Und - ich glaube - einfach schön…

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