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Studi-Blog


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kleine Alltäglichkeiten

Grüßt Gott alle miteinander!
Nach gut zwei Wochen in Jerusalem lernen wir die Stadt immer besser kennen - für die archäologischen Einblicke ist ab heute Prof. Max Küchler zuständig, der in den kommenden zwei Wochen viele Exkursionen in und um Jerusalem mit uns unternehmen wird.

Bisher durften wir diese faszinierende Stadt, die viele Jahrtausende verschiedenster Kulturen und Religionen in sich vereint, hauptsächlich auf eigene Faust erkunden. Dass einem dabei die ein oder andere Kuriosität über den Weg laufen kann, soll hier gezeigt werden - denn so ernst die Themen, mit denen wir uns den Tag über beschäftigen, auch sein mögen: das Lachen und der Spaß dürfen dabei nicht vergehen!

Wir helfen mit! Bestimmte Hinweisschilder erfüllen ihren Zweck Die Sache mit dem Klopapier besonders dann, wenn man ihre Aussageabsicht einfach ins Gegenteil verkehrt...

Manche Dinge sind bei der Konstruktion eben nicht abzusehen - woher soll man denn auch wissen, dass Toilettenabwasserrohre hin und wieder Toilettenpapier zu transportieren haben?


Pause in der Altstadt Kleine Pause gefällig? Die Jerusalemer bieten ihren Besuchern einen Service der besonderen Art an: wer Möbelstücke zu viel hat, stellt diese einfach auf die Straße und ermöglicht so eine gemütliche Oase inmitten der hektischen Altstadt.

Es wird ersichtlich, unser neues Zuhause ist etwas ganz besonderes. Ich bin gespannt auf die Dinge, die wir gemeinsam mit Prof. Küchler in den kommenden Tagen sehen werden - Berichte folgen.
Morgen aber geht es erst einmal für einen Tag nach Bethlehem, am Donnerstag steht ein Tag in der Wüste an - eine kleine Probe für die große Sinai-Tour im September!

Über Annika Alle Blogbeiträge von Annika


Shalom und Merhaba

Die ersten Geburtstagskuchen sind gegessen, sogar der erste Zeh ist schon gebrochen. Auch der Vorlesungsalltag hat begonnen: Spätestens jetzt sind wir im Heiligen Land angekommen. Inzwischen laufen wir ohne Tourikarte durch die Altstadt, sagen zum Beit Joseph "Zuhause" und wissen, dass die Gitarren aus dem Suq nicht halten, was sie versprechen.

Vieles, was uns die kommenden acht Monate begleiten wird, hat sich schon jetzt eingespielt: Der Weg vom Stundengebet in den Speisesaal. Die Abende auf der Dachterrasse. Diskussionen über das lokale Bier, Kinder mit Spielzeuggewehren und die Gottesmutter Maria. Kurzum: Wir hatten einen guten Start ins 39. Studienjahr.

Das 39. Theologische Studienjahr

Wie es mit uns weitergeht, ist von nun an in diesem Blog nachzulesen. Wir halten euch über das Leben und Arbeiten, unsere Gedanken und Erlebnisse in Jerusalem auf dem Laufenden. Und da kommt noch einiges auf uns zu. Der Stundenplan an der Pinnwand im Beit Joseph verrät: Freizeit wird ohnehin überbewertet. Die kann man schließlich auch in Deutschland haben.

Über Lukas Alle Blogbeiträge von Lukas


Und sie reden vom Krieg...

Ich bin schon zu lange im Orient, seit ziemlich genau elf Jahren, um zu wissen, dass man hier im Grund nie irgendetwas wirklich weiß. Vor allem, wenn es um die Frage nach Krieg oder Frieden geht. – Aber ich bin auch nicht lange genug hier, um es auf die leichte Schulter zu nehmen.

Sie sagen, die Planungen seien so konkret wie nie. Sie sagen, der Zeitpunkt sei günstig. Sie sagen, die Zeit sei reif, man dürfe nicht länger warten.

Sie sagen, alleine können die das gar nicht. Sie sagen, die anderen wollen das auch nicht. Sie sagen, das sei alles nur Säbelrasseln.

Und sie reden vom Krieg.

Wie gesagt, ich weiß nicht, ob er kommt. Ich weiß nicht, ob er nicht kommt.
Aber es hört sich wahnsinnig an. Und es sieht sich wahnsinnig an, wenn man unterwegs Menschen (noch nur wenige) mit ihren Pappboxen mit den Gasmasken sieht. Und bei aller (Gott behüte, dass es das überhaupt gibt!) Gewöhnung an Gewalt und Waffen, Bedrohung und Kriegsszenarien, fühlt es sich auch wahnsinnig an. Es fühlt sich falsch an.

Denn sie reden vom Krieg...

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Wunder gibt es immer wieder... oder?

Seit gestern nachmittag steht ein einsamer Rollstuhl in unserer Kirche. Vergessen kann man einen Rollstuhl doch eigentlich nicht. Wer ihn braucht, braucht ihn. Und der wird an ihn denken.
Bedeutet das nun umgekehrt, dass der Besitzer/die Besitzerin des Rollstuhls in der Dormitio-Basilika ihn nicht mehr braucht?
Das ist ein durchaus spannender Gedanke, der uns seit gestern beschäftigt. Ob es wohl eine Heilung, ein Wunder in unserer Kirche gegeben hat, von dem wir nichts mitbekommen haben?
Wie viele Wunder geschehen wohl Tag für Tag um uns, womöglich sogar mit uns und in uns, ohne dass wir etwas davon mitbekommen?

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Baustellen neben der großen Baustelle

Auch außerhalb der Klosterbaustelle tut sich noch einiges:

Zur Zeit ist ein israelischer Arbeiter daran, mit einer Raupe den Uferbereich von Dalmanutha über den Meditationsplatz Solituto bis zum Pumpenhaus von den Mimosen zu befreien. Im Lauf der Jahre, in denen der See seinen Tiefststand hatte, wuchs eine Mimosenart, die Dornen von gut 2 cm Länge hat. Inzwischen sind die Sträucher weit über 4 Meter hoch und die Stämme manchmal 20 cm stark. Die Sicht zum See hinaus ist somit nicht mehr möglich. Von Seiten der Naturschutzbehörde haben wir die Genehmigung für diese Aktion gebraucht, denn der ganze Uferbereich ist staatliches Gebiet und steht unter Naturschutz. – Keine Sorge, das Schilf steht noch und es ist noch viel Grün da!

Dann ist auf der Begegnungsstätte der neue Grillplatz fertig. Mit einem behindertengerechten Zuweg und Steintischen und -bänken bietet der Platz gute Aufenthaltsmöglichkeiten. Auch Rollstuhlfahrer können gut an den Tischen in ihren Rollis sitzen.
In letzter Zeit hatten wir auf der Begegnungsstätte als Gäste eine einheimische Blindengruppe und viele Gäste mit Mehrfachbehinderung. Es ist einfach schön, wie sich die Leute freuen am Wasser und an der schönen Anlage. Muslime, Juden, Christen, Israelis und Palästinenser verstehen sich an diesem Ort bestens.
Allen, die die Begegnungsstätte unterstützen durch Gebet und Spenden , sei auch an dieser Stelle ein ganz herzliches Vergelt‘s Gott! gesagt.

Im täglichen Gebet in den Fürbitten wird aller gedacht. Kirche, Kloster und Begegnungsstätte gehören zusammen. Es wäre kein Bereich mehr wegzudenken.

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Ein neues Kloster im Grünen

Auf dem neuen Klostervorplatz, wo die Olivenbäume von Herrn Peitz bereits gut eingewurzelt sind und schon Zweige treiben, ist jetzt ein befestigter Weg zum Kloster und zum Vorratsraum (der auch als Luftschutzbunker im Kriegsfall benützt wird, was hoffentlich nie der Fall sein möge) angelegt worden. Auch ein Stauraum für unsere Mülltonnen, für die Leergutkisten der Getränke und für die Gasflaschen für die Küche ist fast fertig.
Gestern (Freitag) bekamen wir von einem Wohltäter aus Deir Hana in Obergaliläa drei große Olivenbäume geschenkt. Sie sind wunderbar gewachsen und etwa 130 bis 15O Jahre alt. So liegt das neue Kloster eingebettet im Grünen.

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Ein voller Montag

Der Montag dieser Woche war in mehrfacher Hinsicht ein besonders ausgefüllter Tag: Zum einen ist es nun mit ca. 40 Grad im Schatten unter Tags sehr heiß, mittags um 14 Uhr kommt dazu noch der heiße Wind, und nachts kühlt es auf 30 Grad ab, was für uns fast noch eine „Abkühlung“ bringt.

Dann geschieht im Neubau sehr viel: Die Schreiner sind dabei, weitere Böden zu verlegen. Die Klimatechnik wird installiert. Und auch der Kapitelsaal, der uns später mal als Versammlungsraum dient, ist im Rohbau jetzt fertig, und sein Dach ist in Beton gegossen.
In der neuen Pforte wurde eine alte Wand herausgebrochen. Damals, beim Bau der Kirche und des Atriums wurde sie schon in Beton gegossen, und ihr Abriss jetzt war deshalb eine schweißtreibende und sehr staubige Arbeit.
Auf dem großen Parkplatz ist nahe an der Einfahrt ein Fundament gegossen für das neue Wächterhäuschen.

Einen besonderen Besuch hatten wir auch noch am Montag: Altbundespräsident Horst Köhler und seine Frau Eva Luise besuchten uns und unseren Pilgerort, das Kloster und die Begegnungsstätte. Sie ließen sich viel Zeit und nahmen unsern Ort auch spirituell mehr wahr. Beim gemeinsamen Mittagessen mit uns, den Volontären und Mitarbeitern und im Anschluss daran war es sehr schön, dass jeder auch persönliche Worte mit den beiden wechseln konnte. Mit einem Besuch in unsrer Brotvermehrungskirche, die natürlich in ihrer schönen Bescheidenheit für jeden glänzt, endete der Besuch.
Am späten Nachmittag haben wir schließlich unseren Volontär Peter aus Amerika, der fast ein Jahr bei uns war, verabschiedet.

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Frohe, gesegnete Pfingsten!

Mit dem Heiligen Geist könnte man zunächst sagen: Das ist so eine Sache mit dem Heiligen Geist: Man sieht nix, man hört nix, man schmeckt nix. Geist ist Geist.
Und doch hat es etwas auf sich mit dem Heiligen Geist. Wo im Gutem verstanden wird, ist die Kommunikation in verschiedenen Sprachen kein Problem. Mit Händen und Füßen reden hilft da oft mehr. Es geht um die eine Sache: Als Christen wollen wir versuchen, im Dialog aufeinander zu gehen.
Wo Menschen verstanden werden und sich verstehen, da ist Pfingsten und da wirkt der Geist Gottes. Feuer und Flamme des Geistes Gottes heißt einfach: LIEBE. Bischof Stecher aus Innsbruck brachte es einmal so zum Ausdruck: „Wenn der Geist Gottes an Pfingsten kommt und wirkt, dann streichelt einen die Liebe Gottes.“
Ihnen liebe Leser wünsche ich ein frohes Pfingstfest in der Gnade des Heiligen Geistes!

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Nach dem Kirchweih-Jubiläum

Noch Vieles schwingt nach: Die Klostereinweihung mit den vielen Gästen und das Kirchweihfest, das familiär war. Beide Feste waren in sich sehr schön und beide waren überragt von großer Dankbarkeit.
Die Arbeiten im Kloster gehen jetzt wieder weiter. Am Donnerstag flossen die letzten Betonladungen für das Dach des Kapitelsaales. Die Schreiner sind mit dem Verlegen der Parkett-Fußböden in den Mönchszellen fertig und reisen an diesem Wochenende in ihre Heimat zurück. Wenn sie das nächste Mal kommen, ist die Oberflächenbehandlung der Böden dran.
Inzwischen werden die Eibauschränke in den Zellen aufgestellt, und im Haus werden die Strom- und Wasserinstallierungen und die Einrichtung der Nasszellen gemacht. Also, es geht weiter!
Die Hitze nimmt jetzt mit jeden Tag mehr zu, damit leider auch die Feuergefahr auf den umliegenden Berghängen. Es waren am Donnerstagabend auch nicht die Feuerflammen des Heiligen Geistes, sondern sehr weltliche Flammen, die den dunklen Himmel über dem Berg der Seligpreisungen erhellten, und bei uns Angst aufkommen ließen wegen des Funkenfluges, der auch Schaden bringen kann. Die Feuerwehr bekam den Brand aber bald in Griff, so dass Ruhe im Tal einkehrte, selbst bei unsren Tieren.

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Liebe Brotvermehrungskirche,

heute am 23. Mai ist Dein großer Festtag. Du bist ja noch jung. 30 Jahre seit Deiner Einweihung sind vergangen. Deine Wurzeln gehen weit zurück. Schließlich stehst Du teilweise auf 1500 Jahre alten Fundamenten.
Und Du birgst neben dem Lieben Gott noch zwei weitere Schätze: Den Felsen, der verehrt wird, wo Jesus Brot und Fische segnete und austeilen ließ, und Deinen herrlichen Mosaikboden.

Als ich das erste Mal bei Dir war, war es Liebe auf den ersten Blick. Die Liebe zu Dir hat immerhin angehalten, ich sehe sie als Gnade und Geschenk. Wie viele Menschen hast Du ein- und ausgehen gesehen? Und wie gingen und gehen sie mit Dir um? Deine Geduld muss ich wirklich bewundern. Manche wissen sich nicht zu benehmen. Die meisten aber bewundern Dich und Deine schönen Mosaiken und Deine bescheidene Schönheit.
Zwei Päpste: Paul VI und der selige Johannes Paul II. haben Dich besucht. Papst Benedikt XVI. war schon hier, als er noch Erzbischof von München-Freising war.

Was Dich so liebenswert macht: In Deinem Dasein dürfen wir dem Herrn jeden Tag immer wieder begegnen, im Stundengebet und in der Eucharistiefeier. Auch liebe ich es, in Dir zu sein, wenn mal niemand da ist. Einfach schauen und anschauen lassen. Es ist wirklich Balsam für meine Seele.

Deine Geduld muss ich wirklich bewundern. Die vielen Pilger, Beter und Touristen, aber auch Neugierige. Und zu Deinem Leidwesen kommen auch die Souvenirjäger, die nicht nur die Schönheit Deines Bodens beschädigen, die sogar an den Heiligen Stein heran gehen und daran klopfen, um etwas zu ergattern.
Dann hält Dich auch die Tierwelt auf Trapp. Die Schwalben wollen in Dir wohnen und die Fledermäuse. Sie lassen ihre Spuren zu Deinem Schmerz zurück.

Heute danke ich Dir, dass Du nicht nur mir geistige Heimat bist. Ich danke Dir, Du bist immer da und hast Zeit für mich rund um die Uhr. Bei Dir darf jeder Mensch Freud und Leid, Lob und Dank vor Gott bringen. Es ist ja Deine Aufgabe. Aber was wäre sie, wie es im Hohen Lied der Liebe, heißt: Ohne die Liebe.

Zu Deinem Festtag darfst Du auf ein neues Kloster schauen und auf Deinen kleinen Bruder, das Oratorium. Bitte erinnere uns Mönchsgemeinschaft, dass wir uns jeden Tag und zu jeder Zeit neu auf Gott ausrichten. So verkraften wir die Stürme und Tornados, die uns schnell mal Gott aus dem Blickfeld verlieren lassen.
Heute wünsche ich Dir zu Deinem Festtag: Lass alle, die zu Dir kommen die Liebe Gottes spüren, sie aufnehmen und sie nachhause bringen und sie weitergeben. Danke, dass Du da bist! Ich wünsche Dir noch viele Jahre im Herrn. Sei und bleib Segen für alle!

Dir einen schönen Festtag,
Dein br. Franziskus,
im Namen vieler!

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