Tägliches Friedensgebet der Dormitio für „Freitag“

Besonderheiten unserer Stundenliturgie

Die Doxologie

Als Doxologie bezeichnet man die Verse, mit denen die Christen einen Psalm oder ähnliche Gebete beenden. In unserem kulturellen und religiösen Umfeld mit jüdischen und muslimischen Glaubenden und Betenden beten wir eine zugespitzte Form, die den drei-einen Gott als Gegenüber unseres Gebetes anruft:

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste,
dem Einen Gott,
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.


Die Schlussgesänge

Eine weitere Eigentradition des Stundengebets unserer Gemeinschaft sind die Schlussgesänge, die wir am Ende einer jeden Gebetszeit singen.
Diese zumeist mehrstimmigen Kurzgesänge wechseln je nach der Zeit im Jahreskreis und den Festen und folgen so auf ihre Weise den Spuren, die das Heilsgeschehen Gottes in unserem Leben hinterlassen.

Zum Reinhören der Schlussgesang der Laudes und der Vesper im Jahreskreis:

Lobe, Jerusalem, den Herrn,
Sion, singe Deinem Heiland,
stimme Dank und Jubel an!





Feier des Stundengebets

Ora et labora! – Das ist wahrscheinlich das Schlagwort, das die meisten Menschen mit uns Benediktinern in Verbinundung bringen: Bete und arbeite!

Boot am Ufer des Sees Genezareth bei Tabgha. (Bild vergrößern)

In der Tat sind das zwei wichtige Stützen unseres Mönchslebens, zu denen das Lesen im Sinne von Schriftbetrachtung und Studium freilich ergänzt werden müsste. – Vor allem aber macht diese Zweierfigur deutlich, dass der Benediktiner sich weder nur in das (gemeinsame oder gemeinschaftliche) Gebet zurückzieht, noch dass die Arbeit seinen Alltag bestimmt.


Sanduhren im Getriebe der Welt

So wichtig für ihn seine Arbeit ist, denn Mönche sind dann wirklich Mönche, wenn sie wie unsere Väter und die Apostel von ihrer Hände Arbeit leben (RB 48,8): Die Struktur seines Tages ergibt sich für den Mönch aus den gemeinsamen Gebetszeiten.

Die Dormitio-Kirche am Abend.Die Dormitio-Kirche am Abend. (Bild vergrößern) Sie sind wie eine große Sanduhr, die der Mönch mehrmals am Tag umdreht. Der Schlag der Glocke ist wie die Stimme Gottes, die zum Gebet einlädt. Das Gebet selbst ist die Antwort des Mönchs. Es gliedert den Tag: Stundengebet.

Passender spricht man von Tagzeitenliturgie. Denn die meisten Klostergemeinschaften halten heute nicht mehr die klassische Siebenzahl der Gebetszeiten, sondern eher an den Eckdaten: besonders am frühen Morgen, zu Mittag, ab Abend und vor der Nachtruhe.


Gebet als Wache

Das Gebet der Mönche in allen Klöstern dieser Welt bekommt damit auch den Charakter eines permanenten Wachdienstes: Rund um die Uhr und rund um den Erdball singen Mönche Psalmen. Sie sind der Hauptbestandteil der Stundenliturgie. Mit diesen alten Gebeten jüdischer Dichter loben und danken die Mönche Gott, sie klagen und seufzen, singen diese alten Verse auch im Namen all derer, die selbst vielleicht nicht beten können oder wollen.

Boot am Ufer des Sees Genezareth bei Tabgha. (Bild vergrößern) Zu den Psalmen kommen altehrwürdige und neue Hymnen und Antiphonen, mal schlicht, mal festlich. In Ihnen spiegelt sich das Kirchenjahr mit seinen großen Festen und den Gedenktagen der Heiligen. Texte aus der Heiligen Schrift wechseln mit Momenten der Stille. Und immer wieder das Vaterunser, das Gebet, das Jesus selbst uns zu beten gelehrt hat.