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Brückenbogen
zwischen Jerusalem und Hildesheim
"Haus
Jerusalem", die Vertretung der Benediktiner vom Jerusalemer Zionsberg
am Hildesheimer Lappenberg
Seit dem 1. Advent 2003 haben wir
mit dem "Haus
Jerusalem" in Hildesheim eine Vertretung in Deutschland.
Sie erreichen uns dort unter:
"Haus Jerusalem"
Vertretung der Benediktiner der Dormitio-Abtei, Jerusalem
Lappenberg 12
31134 Hildesheim
Telefon 05121/69727-48
Fax 05121/69727-49
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E-Mail
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Unsere
Gottesdienstzeiten:
Dienstag - Freitag
7.00 Uhr Laudes
18.00 Uhr Vesper
18.30 Uhr Hl. Messe
Samstag
7.00 Uhr Laudes
21.00 Uhr Vigilfeier im Hochchor der Basilika
21.45 Uhr "Hl. messe zur Nacht"
Sonntag
10.30 Uhr Hochamt (im wöchentlichen Wechsel mit dem Domkapitel)
18.00 Uhr Vesper (im wöchentlichen Wechsel mit dem Domkapitel)
Gründonnerstag
1904, unsere Basilika ist noch Baustelle: Eine Kölner
Pilgergruppe des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande ist auf den Zion
nach Jerusalem gekommen, um bei der Einweihung der schon fertig
gestellten Krypta dabei zu sein. In seiner Festpredigt führt
Prof. Dr. Felten aus: "Mögen die Bogen, die sich hier
aneinander wölben, Friedensbogen sein für diese
Stätte, Friedensbogen für Land und Leute…"
- Der Wunsch ist edel und richtig und gilt auch heute. Aber in den fast
100 Jahren, die seither vergangen sind, war weder dem Zion, noch
Jerusalem, noch der ganzen Welt jener Frieden gegönnt, den
sich die Menschen so sehr wünschen. Bogen aus Holz, Stein und
Stahl wurden seither viele gebaut, nur allzu oft auch wieder durch
Bomben und Feuer zerstört und dann auch wieder aufgebaut. Die
Bogen unserer Kirche und unserer Krypta haben die verschiedenen
kriegerischen Auseinandersetzungen der vergangen Jahrzehnte
überstanden. Die Bogen, die unsere Brüder mit ihrer
europäischen Heimat verbanden, litten nur allzu oft. Und die
Bogen aus Europa, die sich hier auf den Zion ausgestreckt haben, litten
nicht weniger.
Gerade in den letzten beiden Jahren, die wieder einmal von Terror und
Gewalt zwischen den beiden Völkern im Heiligen Land
geprägt sind, spüren wir, wie sehr wir auf
Gäste, Pilger und Touristen angewiesen sind, nicht nur
wirtschaftlich. Und von den wenigen Gästen und Pilgern, die
trotz allem ins Land kommen, erfahren wir, wie wertvoll vielen Christen
ein Besuch an den Heiligen Stätten ist.
In den kaum 100 Jahren ihres Bestehens hat unsere Abtei immer wieder
ihr Gesicht geändert, eines aber trug sich in den
verschiedenen Arbeitsfeldern und Etappen stets durch: Im Sinne des
Psalmwortes "Suche den Frieden und jage ihm nach", das auch Benedikt in
der Regel zitiert, haben alle Mönchsgenerationen hier auf dem
Zion und in Tabgha dafür gebetet und gearbeitet, Bogen des
Friedens zu errichten und zu pflegen, innerhalb der einheimischen
Bevölkerung, zwischen dem Heiligen Land und Europa, durch die
Arbeit im Lateinischen Priesterseminar in Beit Jala, durch
interkonfessionelle und interreligiöse Aktivitäten,
durch das Theologische Studienjahr, durch die Begegnungsstätte
für Behinderte und Jugendliche in Tabgha…
Die Erfahrung der vergangenen 100 Jahre lehrt aber auch, dass die zu
dieser Arbeit auch in Deutschland erforderlichen Kontakte zu
Privatpersonen und Institutionen der Pflege und des Ausbaus
bedürfen, weshalb schon seit einiger Zeit in der Gemeinschaft
überlegt wurde, eine Vertretung unserer Abtei in Deutschland
einzurichten. - Praktisch umsetzbar wurde diese Überlegung
jetzt dadurch, dass in der Bischofsstadt Hildesheim die Pfarreien
umstrukturiert werden und die Diözese Hildesheim bzw. die
Pfarrgemeinde St. Godehard uns das Pfarrhaus der Pfarrei St. Godehard
zur Verfügung stellt. Auch wenn wir, wenn wir im Herbst diesen
Jahres mit drei Mönchen nach Hildesheim kommen, keine
Klosterneu- oder wiedergründung der alten Benediktinerabtei
St. Godehard vornehmen, ist es doch schön, an alte
benediktinische Wurzeln anknüpfen zu können, wo bis
zur Säkularisierung schon fast 1000 Jahre lang Mönche
gelebt, gebetet und gearbeitet haben.

Diese
Vertretung unserer beiden Klöster hier im Heiligen Land soll
wie eine Botschaft arbeiten: In einem Rotationsverfahren werden je drei
Brüder dort für einige Zeit leben, um bestehende
Kontakte zu pflegen und auszubauen, neue zu knüpfen. Die
kleine Gemeinschaft in Hildesheim steht auch für Anfragen in
punkto Zion und Heiliges Land zu Verfügung: Für
Interessenten am Theologischen Studienjahr oder am Klosterleben,
für Pilger, für alle Neugierigen… Von hier
aus sollen außerdem Produkte aus dem Heiligen Land vertrieben
werden, wie z.B. Olivenholzprodukte aus Betlehem oder Weihrauch aus
eigener Produktion in Jerusalem. Mönche vom Zion und von
Tabgha, die sich für kürzere Dienst- oder Urlaubs-
und Erholungsreisen in Deutschland aufhalten, können ebenso
dort wohnen, wie solche, die längere Zeit für ein
Studium oder eine andere Ausbildung in Deutschland sind.
Wer also in Hildesheim an die Tür am Lappenberg 12 anklopft -
so lautet dort unsere Adresse -, der wird dort ein bisschen Jerusalem
und ein bisschen See Genezareth antreffen. Und wenn ihm einer der
Mönche aus dem Orient dann eine Tasse arabischen Kaffee
anbietet, kann er vielleicht fragen, was er schon immer über
Ostern in Jerusalem oder Weihnachten in Betlehem und über den
Frühling in Galiläa wissen wollte. Und wer sich mit
den Mönchen an den Eckzeiten des Tages zum Chorgebet oder zur
Eucharistiefeier in der großen Godehardsbasilika oder im
ehemaligen Kapitelsaal trifft, und dann mit ihnen unter den romanischen
Gewölben und Bogen die Psalmen der Jerusalemer Tempelliturgie
singt und sich im Hören auf die alten Texte der Heiligen
Schrift und im Feiern des Leidens, Sterbens und der glorreichen
Auferstehung Jesu Christi in die Gegenwart der Heilstaten Gottes setzt,
der mag mithelfen, dass die Bogen der Brücken zwischen dem
Heiligen Land und Europa sich festigen, damit die Bogen der
Godehardsbasilika und die Bogen der Marienbasilika auf dem Jerusalemer
Zionsberg und die Bogen aller Kirchen auf dem weiten Erdkreis
Friedensbogen sein können. Friedensbogen für Land und
Leute.
Br.
Basilius Schiel OSB
Zum
Thema:
Predigt
von Abt Benedikt Lindemann OSB
am Fest Kreuzerhöhung zur Aussendung der ersten
Brüder in die Vertretung St. Godehard in Hildesheim am 14.9.03
Predigt
von Abt Benedikt Lindemann OSB
am 1. Advent 2003 (30.11.2003) zur Eröfnung der Vertretung St.
Godehard in Hildesheim
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