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Warum eine Baustelle keine staubtrockene Angelegenheit ist...

Spricht man von Baustelle, denkt man schnell an Bagger und Lkws, an Sand und Staub, schlimmsten Falles auch an Matsch und Dreck. – In den vergangenen drei Tagen haben wir uns mit unseren Architekten und Ingenieuren zu Bausitzungen vor Ort in Tabgha getroffen, weshalb dieser Eintrag auch recht eigentlich im Bautagebuch stehen könnte. Aber was ich gleich erzähle, passt viel eher unter die Rubrik typisch Kloster, so dass ich doch in meiner angestammten Blog-Domäne bleibe.
Was ist geschehen? – Wir saßen bis gerade eben zur Abschlussrunde um den Tisch im Refektorium: Die beiden Architekten aus Deutschland, unser örtlicher Bauleiter aus Nazareth, vier Brüder hier aus Tabgha sowie Vater Abt und ich selbst aus Jerusalem. Nachgezählt: Neun im Großen und Ganzen ausgewachsene Männer. Dann öffnet sich die Tür und einer der Volontäre kommt stolz und schweigend hinein, mustert die Runde, nickt uns freundlich zu, stellt den Teller, den er mitgebracht hat, in unserer Mitte auf den Tisch – und entschwindet, genauso wortlos und doch höflich, wie er erschien...
Auf dem Teller: Eine Schnitte Honigmelone!

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Allerseelen

Draußen auf dem Friedhof brennen noch die meisten der kleinen Grablichter. Kleine rote Leuchtpunkte in der Nacht auf dem Zion. An jedem Grabstein eines. Wie viele andere haben auch wir heute morgen nach der Messe die Gräber unserere Vorväter gesegnet.
Zum Abendessen hatten wir dann als Tischmusik Duruflés Requiem. Aufgehört haben wir mit dem Pie Jesu: „Gütiger Jesus, Herr, gib ihnen Ruhe, ewige Ruhe!” – An Tagen wie diesen wird mir auf ganz eigene Weise bewusst, wie sehr wir letztlich in Gottes Hand liegen und nur Ihm selbst uns anvertrauen können. Wir haben auf dem Friedhof wie in den vergangenen Jahren die Namen unserer verstorbenen Mitbrüder gelesen.
Auf unserem Friedhof Und genau da fängt es an: Viele der Namen sagen mir etwas, zu einigen kenne ich ein Gesicht von alten Fotos, von manchen weiß ich etwas aus ihrem Leben.Engel waren das keine. Sie hatten kein einfaches Leben hier, meine Vorväter. Viele von ihnen haben Erfahrungen mit ins Grab genommen, die wir hoffentlich nie machen müssen. – ...gib ihnen Ruhe!
Und als Archivar weiß ich, dass die Liste mit den Namen nur unvollständig ist. Sie umfasst Namen von Mönchen, die vielleicht nur kurz auf dem Zion waren, aber sonstwo gestorben und begraben sind. Bestenfalls in ihren ehemaligen Heimatabteien. Einige sind irgendwo auf den Schlachtfeldern der Weltkriege geblieben. Es gibt einige, die regelrecht geflohen sind. Vor den politischen Entwicklungen. Vor sich selbst. Heute ist nicht der Tag, darüber zu urteilen. – ...gib ihnen Ruhe!
Es gibt andere, deren Namen werden nie in dieser Liste auftauchen, weil es nur schwer zu ermitteln ist, wer wirklich alles hier war. Unser Archiv hat mehr Lücken und Löcher als Akten. Doch sind diese Brüder vergessen? – ...gib ihnen Ruhe!
Wer weiß, wie es uns einmal ergehen wird. Wie es uns ergangen sein wird. Ob wir in 40 oder 80 oder 100 Jahren auf dieser Liste stehen... Allerseelen heißt eben auch, für alle zu beten: „Gütiger Jesus, Herr, gib ihnen Ruhe, ewige Ruhe!”
Und deshalb leuchten diese kleinen roten Lichtpunkte auf unserem Friedhof noch in den Jerusalemer Nachthimmel hinein.

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Online!

Was lange währt, wird dann tatsächlich gut! Ich sitze nun mit meinem Notebook auf dem Schoß im Diwan, ein Glas Sekt in meiner Hand und wir feiern, dass wir unsere neue Seite online gestellt haben.
Erhard Maria Klein und Vater Abt erkunden die neue Website! Mit dabei sind das Ehepaar Klein von der Internetagentur Weitblick, das mit uns diesen Weg in den letzten Monaten und vor allem in den vergangenen zwei Wochen gegangen ist, Vater Abt, Pater Elias, Bruder SimonPetrus und Bruder Daniel und von unseren Volontären Samuel und Kariem. – Ich bin einfach froh und dankbar und sage von hier aus allen (nochmal): Danke! Fürs Mitegehen,Mithelfen, Mitertragen!
Damit ist der Weg freilich nicht zu Ende, sondern er beginnt erst. Bleibt uns also alle gewogen und bleibt mit uns im Kontakt! Ich freue mich!

 

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„Schnurgerüst“ heißt auf arabisch „Schnurgerüst“

„…der ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Felsen gebaut hat“ (Mt 7,24) – wenn Jesus die Bergpredigt wirklich auf dem Berg der Seligpreisungen gehalten hat, dann hat er dabei auf Tabgha heruntergeschaut.
Schnurgerüst Natürlich haben wir seine Worte auch gehört, und Gott sei Dank ist der Grund der Baugrube fast überall guter, gewachsener Fels. Nur in der südöstlichen Ecke reicht das weiche Erdreich tief hinab. Dort braucht es zunächst einen Bodenaustausch. Noch unter dem Fundament müssen fast zwei Meter Schotter verschiedener Güte Schicht für Schicht verdichtet und von einem speziellen Laboratorium geprüft werden – dann kann es weitergehen.
Nebenbei habe ich meinen arabischen Wortschatz wieder erweitern können: Außer der „Schalung“ gibt es im Arabischen auch das „Schnurgerüst“ – hier entlang der Baugrube zu sehen. Es ist allerdings auch für die Araber nicht ganz leicht auszusprechen…

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Was wir so alles wegwerfen

Heute früh, als ich in der Kirche am weit geöffneten Hauptportal vorbei kam, drang vom Kirchvorplatz ein Riesenlärm in die Kirche. Draußen saß eine Krähe in einem der Mülleimer und warf Plastikflaschen und Getränkedosen aus der Tonne raus, bis sie eine glitzernde und knisternde Chips-Türe fand, mit der sie stolz im Schnabel an mir vorbeiflog und sich erst mal auf die Friedhofsmauer bei den Armeniern setzte... Sie hatte also im Müll der Menschen etwas gefunden, was ihr wertvoll war. - Ich habe die kleine Episode dann gleich in die Einführung der Messe miteinbauen können.
Als ich dann aber während des Danksagungsliedes vom Priestersitz wieder aus dem nach wie vor offenen Portal schaute und damit direkt auf eine der Mülltonnen auf dem Vorplatz, wurde mir merkwürdig zumute. Denn dann kam ein junger Araber und kramte die kleinen Getränkeflaschen, auf die es wenige Agorot Pfand gibt, aus den Tonnen heraus und packte sie in seinen Plastiksack...

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Vom Segen des Baulärms

Mit Beginn der Bauarbeiten haben wir unsere Gottesdienstzeiten am Morgen eigens so verändert, dass wir die Kirche verlassen haben, bevor um sieben Uhr der Baulärm beginnt. Ein halbes Jahr lang hätte es das nicht gebraucht, weil die Bauarbeiten unterbrochen waren.
Baumaschinen Seit Anfang Oktober hören wir gegen Ende der Messe wieder Geräusche vom Öffnen des Tores, vom Hereinfahren des Baggers und die Stimmen der Bauarbeiter. Wenn sie sich in das letzte Lied oder den Segen mischen, stört das gar nicht – vielmehr empfinden wir es selbst als einen Segen, dass es endlich weiter geht. So hoffen wir, dass auch die anstehenden Aushub- und Fundamentierungsarbeiten unter dem Segen Gottes stehen.

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