Aktuelles
Aktuelle Blogs aus dem 38. Studienjahr (2011/12):
Aktuelle Volontär-Blogs
Blogs ehemaliger Volontäre
Bautagebuch
Wer regelmäßig unseren Rundbrief liest, weiß, wie baufällig, ja, vom Einsturz bedroht, das "Benedictine Monastery Tabgha" inzwischen ist. Die Arbeiten am Neubau haben einige Fortschritte gemacht, sind aber auch auf Hindernisse gestoßen ...
Kloster-Blog
Nur weil Mönche in Klausur leben, bedeutet das nicht, dass sie nichts von der Welt mitbekommen. Zumal an einem Pilgerort steht die Welt oft mitten im Kloster. Und wenn dieses Kloster Dormitio heißt, steht es im Mittelpunkt der Welt: in Jerusalem.
Studi-Blog
Für das 38. Studienjahr (2011/12) konnten wie vier Autoren gewinnen, die ihre Erfahrungen gerne mit uns teilen: Nancy, Nina und Tobias auf Deutsch, Florence auf Englisch. – Acht Monate Heiliges Land, gesehen mit acht Augen... Viel Freude beim Lesen!
Beit Noah Blog
Tabgha ist der Ort, wo man teilt. Brot und Fisch. Hitze und Arbeit. – Aber auch viele hübsche Erfahrungen. Besonders mit den verschiedenen und interessanten Gästen der Begegnungsstätte. Und die seien hier mit Ihnen geteilt!
Aktuelle Blog-Artikel
Wenn die bunten Fahnen wehen...
16. Mai 2012 von Franziskus (Bautagebuch)
…geht für die ersten Gäste die Fahrt (bzw. der Flug) übers Mittelmeer!
Bunte Fahnen künden seit Montag das Einweihungsfest des neuen Klosters am 17. Mai und den 30. Jahrestag der Kirchweihe am 23. Mai an.
Unter den Gästen sind viele Helfer, die in den Tagen vor dem Fest und am Festtag selbst kräftig mitanpacken, damit alles gut gelingen kann: Die Räume, die Fluren, das Refektorium und das Oratorium werden gereinigt. Um das Kloster herum fahren noch die Raupen und rollen noch die Walzen, um den Festplatz an der Südseite zu ebnen, auf dem wir dann Tische und Stühle aufbauen werden. Auch eine große Schattierung ist angebracht. Aber auch heute bleibt noch viel zu tun!
Fahnen im Winde Galiläas künden vom bevorstehenden Fest! (Bild vergrößern)
Ihnen allen, lieber Leser, vor allem denen, die am Fest nicht direkt teilnehmen können, sind wir verbunden trotz räumlicher Entfernungen, und wir fühlen uns Ihnen nahe. - Gott segne Sie alle zum morgigen Festtag!
Warum Engel 'political incorrect' sind
10. Mai 2012 von Basilius (Kloster-Blog)
Manchmal steht man vor Fragen, deren bloße Existenz einen schon überrascht. Geschweige denn, dass man in der Lage wäre, eine Antwort auf sie zu finden.
Seit ein paar Tagen trage ich mal wieder eine solche Frage mit mir herum. Ausgelöst wurde sie durch eine Bibelstelle, und das ist für einen Mönch ja nicht die schlechteste Art, einer Frage zu begegnen. Dabei ist sie kirchenpolitisch nicht ganz ohne. Und das bedeutet nicht, dass ich mich in Diskussionen einmischen möchte, die zu führen ich als Priester gar nicht befugt wäre. Zumindest dann, wenn man ihre Konsequenzen bis ans Ende durchdenken (oder zumindest durchfragen) würde.
Meine Frage aber hat auch eine sehr alltagsbezogene Dimension, geerdet, könnte man sagen. Und auch das findet der Mönch sehr passend. Auch wenn wir als Mönche ja bekanntermaßen schon ein gleichsam engelgleiches Leben führen, bindet uns der heilige Benedikt doch auch immer wieder an das normale Leben mit seinen Grenzen und Möglichkeiten zurück. Und davon gibt es hier im Heiligen Land mehr als sonst wo. Zumindest habe ich manchmal den Eindruck…
Engel. – Das ist nun auch mein Stichwort – siehe Überschrift. Seit ein paar Tagen beschäftigt mich die Frage, ob Engel politisch korrekt sind. Nicht, ob sie selbst politisch korrekt sind, sondern mehr, ob sie sich politisch korrekt verhalten.
Konkret geht es um jene beiden Engel, die den Jüngern erscheinen, kurz nachdem Jesus vor ihren Augen in den Himmel aufgenommen wurde. Denn jene Frage, die sie den Jüngern stellen, haben wir an den Beginn unserer Einladung zur Klostereinweihung gestellt: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut ihr nach oben…? (Apg 1,11).
Pater Jeremias hat diesen Text auch ins Arabische übersetzen lassen, und hat die Einladungen mit der Übersetzung auch unseren Arbeitern auf der Baustelle gegeben. Doch als diese Männer, quer durch die Bank Galiläer, die Einladung studierten, wurde sie ganz schweigsam und betreten. Als Pater Jeremias dies merkte, fragte er nach…
Dürfen wir denn unsere Frauen nicht mitbringen? Da steht doch nur etwas von den Männern von Galiläa…“
Ohne Verbindung, damit verbunden werden kann
9. Mai 2012 von Franziskus (Bautagebuch)
Sonntag und Montag war Großsperrung der Zufahrt zum See und zur Begegnungsstätte. Die Abwasserkanalisation und das Verlegen von zwei Leerrohren für Bewässerung und Reserveleitungen sind fast abgeschlossen. Auch die Leitungen zur großen Pumpe der Klimaanlage am Rand der Plantage werden verlegt.
Für die nächsten zwei Tage sind wir per Telefon und Internet nicht erreichbar, weil diese Leitungen neu verlegt werden. Mal nicht erreichbar zu sein, hat schon auch seine Vorteile. Man muss es nur aus dem richtigen Blickfeld sehen…
Im Innenhof geht es auf den letzten Schliff. Die nächsten Tage bis zum Einweihungsfest sind mit der Reinigung der Räume und Fenster ausgefüllt. Unsere Hundedame Ayla hat schon mal freiwillig das neue Kloster verlassen. Da sag nur einer, die Viecher wären dumm. Auch diese Geschöpfe haben ein Gespür!
Ein Olivenwald zum Geburtstag!
4. Mai 2012 von Franziskus (Bautagebuch)
Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Architekt Alois Peitz ward heute 80 Jahr. Mit einem Dankgottesdienst mit seinen Geschwistern, Verwandten und Freunden begann der Geburtstag am Morgen im Bambushain beim Pilgerhaus. So konnten die Festgäste mit dem Geburtstagskind dem Herrgott mit Dank sagen für 80 Lebensjahre, für alles Schöne und Erfolgreiche, aber auch für das Schwere im Leben, dass es tragbar war.
Um 11 Uhr erfolgte die eigentliche Gratulation mit Sektanstoß auf der Pilgerhaus-Terrasse.
Der Höhepunkt und der persönliche Wunsch des Architekten war die Pflanzung von acht Olivenbäumen am neuen Kloster. Einen Olivenbaum, auch 80 Jahre alt, pflanzte das Geburtstagskind mit. Die Pflanzaktion und die Bäume selbst schenkte Herr Peitz unserer Klostergemeinschaft. Das freut uns riesig und wir sagen ein ganz herzliches Vergelt‘s Gott!
Der Vorplatz des neuen Klosters gewinnt somit noch mehr an gutem Aussehen. Im Wind schien unser Wetterfisch geradezu freudig mit zu tanzen. Auf viele gute Jahre noch für Leib und Seele dem Architekten!
Zuhause in einem fremden Land
26. April 2012 von Basilius (Kloster-Blog)
Es gibt immer wieder Momente, in denen ich auch nach fast elf Jahren nochmal merke, dass ich ein Fremder in einem fremden Land bin – und wohl bleibe.
Ein solcher Moment ist der heutige Tag, an dem Israel seinen Independence Day” begeht. 64 Jahre Staat Israel. Das ist freilich ein Grund zum Feiern. Und das tun sie auch, die Israelis, und zwar im ganzen Land. Pater Jonas und ich haben den Tag zu einem Ausflug in ein schwedisches Einrichtungshaus genutzt (die hatten ab 14.00 Uhr wieder ihre gelb-blauen Tore offen). Auf dem Weg dorthin haben wir viele, sehr viele Autos gesehen. Auf der Straße, natürlich, aber noch mehr an der Straße. Wo auch immer es geht, parkt man an diesem Tag an der Straße. Und dies nicht als Selbstzweck, sondern vielmehr deshalb, weil die Israelis offenbar ein Riesenvergnügen daran finden, an diesem Tag zu grillen. Am Straßenrand: in Parks, direkt an der Autobahn, auf jedem freien Fleck. Grills verschiedener Größer, Kühlboxen, Stühle, Tische, Sonnensegel, Schirme, Zelte – Kind und Kegel sowieso! Wer nicht fährt, parkt und grillt. Steaks am Straßenrand.
Ich gebe zu, ich bin kein großer Freund von Staatsfeiertagen. Was ich von dieser Art, einen solchen zu begehen, halte, weiß ich von Jahr zu Jahr immer weniger.
Ein ganz anderes Beispiel, das sich aber ebenfalls auf den Straßen meines Gastlandes abgespielt hat: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kam ich von einer kurzen Dienstreise am Flughafen Ben Gurion an, wo alles sehr reibungslos verlief. Dass ich das erste Sherut (israelisches Sammeltaxi für zehn Passagiere), das ich bestiegen hatte, wieder verlassen musste, weil das Jaffa-Tor dann doch nicht auf der Route meines ersten Fahrers lag, ist eine Erfahrung, die wir auch schon häufiger gemacht haben: Nicht jeder Taxi-Fahrer mag wohl so gern in Richtung Altstadt fahren.
Gestaunt habe ich dann aber, als wir in Jerusalem durch Stadtteile mit den Namen Unsdorf” und Mattersdorf” gefahren sind. Die waren mir bislang unbekannt, und solche Entdeckungen gegen vier Uhr am frühen Morgen sind schon einigermaßen aufregend.
Doch es wurde noch aufregender. Denn als wir in die nächste Straße einfuhren, ein normales Jerusalemer Wohngebiet mit den üblichen Häusern, kleinen Vorgärten und eine auf beiden Seiten zugeparkte Straße, versperrte uns auch noch ein Müll-Auto den eh schon schmalen Weg. Die Besatzung bestand nur aus dem Fahrer und einem Müllmann, der sich mit den großen Containern abplagte. Soviel Hebräisch verstehe ich dann doch, dass sich mein Fahrer darüber lustig machte, dass da ein einziger mit dem Müll kämpfte. Das Lachen verging ihm aber, als der Kamerad die geleerten Müllcontainer halb auf der Straße, unserer Straße, stehen ließ. Es war immer noch eher vier als halb fünf, was meinen guten Fahrer aber nicht daran hinderte, zuerst mehrfach zu hupen, dann aus seinem Auto rauszuspringen und mitten in diesem Wohngebiet, halb in der Nacht, ein Riesengeschrei zu veranstalten: Ma seh?!” – Was das sei? ist die wörtliche und hier auch höfliche Übersetzung, denn die wahre Intention und Emotion reicht tiefer...
Das kam auch bei seinem Gegenüber an. Denn der kam die Straße wieder lustlos zurück (das hätte ich auch nicht anders getan) und schubste die Container Richtung Straßenrand. Der letzte davon rutschte schon an unserem Sherut vorbei, als wir schon langsam über die dann einigermaßen freie Straße losfuhren. Die war aber leider abschüssig, so dass der Container rollte und rollte. Ich weiß nicht, wo oder woran er zum Stehen kam.
Ich jedenfalls kam doch noch gut und sicher am Zion an.
Welcome to the Holy Land!